Rick Santorum
Die nächste Alternative zu Mitt Romney

Die Republikaner in Iowa wählen in wenigen Stunden ihren Präsidentschaftskandidaten. Rick Santorum, bis vor kurzem nur dritte Wahl, ist im Moment der Star der Stunde. Ein Stimmungsbild aus Iowa.
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Des Moines/IowaEs ist ein Spalier von Fotografen, durch das sich Rick Santorum an diesem Nachmittag in das kleine Pizzalokal Pizza Ranch in dem Örtchen Boone, Iowa, zwängen muss. Denn Santorum, der frühere republikanische Senator von Pennsylvania, ist der Star der Stunde. Ihm gehört das geballte Interesse der Medien – zumindest für diesen Moment. Und dieser Moment kann kurz sein.

Kaum einer der anwesenden Reporter hätte noch vor zwei Wochen geglaubt, das er hinter diesem Rick Santorum herfahren und in überfüllten Kneipen auf ihn warten würde. Im Vorwahlkampf der letzten Monate war der Sohn italienischer Einwanderer zweite, man könnte auch sagen dritte Wahl. Das ging sogar so weit, dass er bei einer der zahllosen Fernsehdebatten den Moderator von seinem Stehpult aus zuwinkte und rief: „Hey, ich bin auch noch da“. Rick Santorum glaubte, in der Debatte vergessen worden zu sein. Eine Debatte, die sich noch im Herbst irgendwo alleine zwischen Mitt Romney, Rick Perry und Herman Cain abspielte.

Doch jetzt ist Santorum auf einmal da – und dies eben nicht wegen der medialen Aufmerksamkeit, sondern dank der letzten Umfrageergebnisse. Die Menschen von Iowa haben den Mann mit dem ansteckenden amerikanischen Lachen als potenziellen Sieger entdeckt. Warum? Weil sie genauso verzweifelt nach einer Alternative zu Mitt Romney suchen, wie dies bereits im gesamten letzten Jahr landesweit sämtliche Konservative in den USA getan haben. Nacheinander haben sie sich für einen der Mitbewerber erwärmt und diesen in große Höhen gehoben: Michele Bachmann, Rick Perry, Herman Cain, Newt Gingrich. Doch sie alle sind am Kandidatenhimmel ganz schnell wieder verglüht.

Santorum hofft, dass ihm dieses Schicksal erspart bleibt, dass das Strohfeuer wenigstens bis zum Ende dieses Tages hält, wenn sich in ein paar Stunden in Iowa die Menschen zum Wählen versammeln. Als Überraschungssieger könnte ihn ein Erfolg in die nächste Runde tragen, wenigstens bis nach New Hampshire, wo in einer Woche gewählt wird. Das bedeutet auch: Eine Woche Medieninteresse, eine Woche Spenderschecks, eine Woche gestreicheltes Ego.

Im Pizzalokal versucht Santorum, der mit einem Sweater mit der Aufschrift Iowa ins Restaurant schlendert, sich von der Konkurrenz abzuheben. „Mein Erfolg hat mit meinen Werten zu tun“, ruft er ohne Mikro in den Raum. „Ich habe das Interesse der Leute auch ohne die Hilfe der Medien geweckt“. Damit hat er zwar einen Punkt. Aber es ließe sich auch anders argumentieren: Von den sieben wichtigsten Kandidaten ist kaum noch einer übrig, dem nicht auch schon alle Hoffnungen zugeflogen wären.

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