Rio-Umweltgipfel war der Anfang
Hintergrund: Das Kyoto-Protokoll

Grundlage des Kyoto-Protokolls ist die Klimaschutzkonvention des Erdgipfels in Rio de Janeiro im Jahr 1992.

HB HAMBURG. Darin hatte die Staatengemeinschaft unter anderem vereinbart, den Ausstoß der Treibhausgase so zu begrenzen, dass „sich die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können“ und „die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird.“ Als erstes verpflichteten sich die Industriestaaten 1997 in Kyoto (Japan), ihre wesentlichen Treibhausgase von 2008 bis 2012 im Vergleich zu 1990 um mindestens 5 Prozent zu reduzieren. Kohlendioxid wird für rund die Hälfte des Treibhauseffekts verantwortlich gemacht. Zu den im Kyoto-Protokoll aufgeführten Treibhausgasen zählen zudem Methan, Lachgas, perfluorierte und teilhalogenisierte Kohlenwasserstoffe sowie Schwefelhexafluorid.

Ein konkretes Regelwerk zum Kyoto-Protokoll wurde 2001 in Bonn und Marrakesch (Marokko) vereinbart, nachdem die USA den Verhandlungen den Rücken gekehrt hatten. Dazu zählen:

Flexible Mechanismen: Zur Verminderung der Treibhausgase sind - neben der direkten nationalen Reduzierung - ergänzend drei Wege erlaubt:

1. Handel mit so genannten Emissionsrechten. Dabei kann ein Land von einem anderen Land Emissionsgutscheine kaufen. Es muss dann nicht mehr so viel Treibhausgase im eigenen Land reduzieren.

2. Projekte von Industrieländern zur umweltfreundlichen Entwicklung in ärmeren Ländern wie regenerative Energieanlagen. In geringem Maße dürfen auch Forstmaßnahmen in Entwicklungsländern angerechnet werden.

3. Projekte von Industrieländern in anderen Industrieländern wie etwa energieeffizientere Kraftwerke von westlichen Staaten in Ländern Osteuropas.

Senken: Auch Wälder und Böden dürfen in bestimmten Grenzen als Klimaschutzbeitrag einberechnet werden, da sie Kohlenstoff speichern. Dies soll datenmäßig kontrollierbar und transparent sein.

Hilfen für Entwicklungsländer: Über mehrere Fonds sollen ärmere Länder Gelder erhalten, das sie für eine umwelt- und klimafreundliche Entwicklung einsetzen können. In konkrete Verpflichtungen zum Klimaschutz werden die Entwicklungsländer bis 2012 nicht eingebunden.

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