Risiko wächst
USA setzen auf Bomber-Diplomatie gegenüber China

Die Spannungen um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer steigen. Nach dem Überflug von amerikanischen B-52-Bombern geben sich China und die USA betont gelassen. Aber was ist, wenn sich einer verkalkuliert?
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Peking/WashingtonEs war eine militärische Machtdemonstration. Auch ein Zeichen der Verärgerung der USA über China. Doch keine der beiden Weltmächte ist an einer Eskalation interessiert. Diplomatisch beschreibt Washington den Überflug zweier B-52-Bomber über die zwischen China und Japan umstrittenen Inseln im Ostchinesischen Meer als „lange geplant“. Nächste Woche reist US-Vizepräsident Joe Beiden nach Peking und Tokio – kann er die Situation entschärfen?

Hohe Regierungsbeamte in Washington warnten am Mittwoch vor „Fehlkalkulationen“ beim militärischen Muskelspiel. Demonstrativ betonten sie das Bündnis der USA mit Japan. China dürfe seine Nachbarn nicht irritieren. Vor allem aber machten sie klar, dass die USA ihre Rolle als pazifische Macht nicht aufgeben werden. „Wir sind hier, um zu bleiben“, sagte ein Beamter, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Die „Washington Post“ sprach am Mittwoch von einem „Schattenboxen“ zwischen den beiden Großmächten, gab sich aber zugleich empört über die Ausweitung der faktischen Lufthoheit vonseiten Chinas. Das sei nicht gerade der friedliche Aufstieg zur Weltmacht, von dem Peking immer rede. Falls man Peking diesen Schritt durchgehen lassen sollte, „könnte es China ermuntern, den Druck auch auf andere Weise zu erhöhen“. Tenor der Mahnung also: Wehret den Anfängen! Schließlich erhebe China auch in andere Regionen im Chinesischen Meer Ansprüche.

„Die gegenwärtige Situation birgt große Risiken durch Missverständnisse und operationelle Pannen“, warnt die China-Expertin Stephanie Kleine-Ahlbrandt vom US-Institut of Peace in Washington. „Die Gefahr menschlichen Versagens ist gerade in stressigen und ungewissen Zeiten höher, wenn die Geschwindigkeit moderner Waffensysteme die Entscheidungen beschleunigt.“

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China spielt den Zwischenfall herunter – fürs Erste

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  • Die US Administration hat doch noch bis vor kurzem groß getönt man wolle sich von Europa "abwenden" und nach Asien orientieren...

    The Pacific Century bla bla bla.

    Sieht so aus als ob der Wunsch in Erfüllung geht.

    Be careful what you wish for...

    Uns kann es nur recht sein, um so mehr der Ami mit den Chinesen beschäftigt ist, um so weniger Ärger und Arbeit macht er uns hier in Europa.

  • wenn die Show losgeht, haben sich die Frozeleien im Sinne der Verursacher gelohnt. man kann sich nebenbei schuldner vom Halse schaffen.

  • China ist der gefährlichste Feind für die westlichen Demokratien, der existiert.

    China greift jetzt an zwei Fronten gleichzeitig an:

    An der Wirtschaftsfront, wo sie uns mit der immensen
    Größe des chin. Marktes erpresst und im Zuge der erzwungenen Joint-Ventures unser Know-How klaut.

    An der politischen Front, wo sie gezielt ihre neue militärische Stärke für Erpressungsversuche einsetzt.

    Sieht man exemplarisch an diesem unseligen Inselstreit mit Japan.

    Glücklicherweise halten die Amerikaner dagegen.

    Eins ist sicher, wir werden mit China noch jede Menge Konflikte erleben.

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