Risk Map 2010
Ausländische Investoren leben gefährlich

Die Bedrohungen für global arbeitende Unternehmen wachsen. Vor allem die trotz wirtschaftlicher Erholung weiter steigende Arbeitslosigkeit setzt ausländische Investoren in ihren Gastländern massiv unter Druck. Aber auch der plötzliche Tod eines Regierungschefs kann gefährlich werden.
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BERLIN. Auch die Kosten für Klimaschutzmaßnahmen sowie verschärfte Steuereintreibungen angesichts weniger zahlender einheimischer Firmen drohen Auslandsinvestoren. Davor warnt die globale private Sicherheitsberatungsfirma Control Risks in ihrer „Risk Map 2010“, die dem Handelsblatt vorliegt.

Die wirtschaftlichen, politischen und Sicherheitskonsequenzen aus der weltweiten Wirtschaftskrise würden gerade jetzt stark anwachsen, heißt es in dem Bericht. „Die sozialen Folgen der weltweit steigenden Arbeitslosigkeit kommen nicht auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise zum Tragen, sondern in der Erholungsphase – vor allem, wenn der Aufschwung nicht so stark ausfällt wie erhofft“, sagt Jake Stratton, Leiter Global Risks Analysis der Firma. Selbst wenn sich die Weltwirtschaft schnell wieder erhole, werde es mehr als drei Jahre dauern, bis die Beschäftigungszahlen wieder das Vor-Krisen-Niveau erreichten, meinen auch die Experten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Schwächelnde Regierungen könnten nach Ansicht von Control Risk „die Wirtschaft und vor allem ausländische Investoren bedrängen, staatlichen Unternehmen zu helfen und so Jobs zu erhalten oder unwirtschaftliche Produktionslinien aufrechtzuerhalten“, heißt es in der neuesten Risk Map. Vor allem China müsse dabei besonders im Auge behalten werden, unterstreicht Stratton. Ähnlich wie die Folgen der Arbeitslosigkeit, könnten nach Ansicht der Londoner Sicherheitsexperten auch die Kosten für Maßnahmen gegen den Klimawandel verstärkt bei Auslandsinvestoren abgeladen werden.

In Ländern wie Russland gerieten dort etablierte westliche Firmen zudem verschärft unter Druck der lokalen Steuerbehörden: Wenn sie nicht bei inländischen Unternehmen ausreichend Steuern eintreiben könnten, würde dies vermehrt bei ausländischen Firmen versucht, sagt der Russland-Experte von Control Risks, Charles Hecker. Zuletzt waren existenzgefährdende Steuerverfahren gegen Nestlé und Ikea in Russland bekannt geworden.

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