Rivalisierende Gruppierungen
Zivilisten bei Gewaltwelle im Irak getötet

Bei Anschlägen und Überfällen im Irak wurden mindestens 30 Menschen getötet. Unbekannte haben einen falschen Kontrollpunkt errichtet und wehrlose 24 Zivilisten getötet. Inmitten dieser neuen Welle der Gewalt beweist das irakische Parlament mangelnde Entscheidungsfähigkeit.

HB BAGDAD. Dem irakischen Parlament ist es am Sonntag nicht gelungen, sich auf die Besetzung der Schlüsselministerien Inneres und Verteidigung zu einigen. Die Sitzung wurde nach erfolglosen Vermittlungsversuchen von Ministerpräsident Nuri al-Maliki und US-Botschafter Zalmay Khalilzad unterbrochen, wie der stellvertretende Parlamentspräsident Chalid al-Atija mitteilte.

Al-Atija zufolge ist die Besetzung der Ministerien zwischen den sunnitischen, schiitischen und kurdischen Parteien umstritten. Für eine Lösung werde mehr Zeit benötigt. Die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen verdeutlicht ein Überfall auf Kleinbusse in dem Ort Kara Tappah nordöstlich von Bagdad: Die bewaffneten Angreifer holten 25 Fahrgäste aus drei Autos, trennten vier sunnitische Araber von der Gruppe und erschossen den Rest – 21 Kurden und Schiiten. Zwölf der Ermordeten waren Oberschüler, die auf dem Weg zu Prüfungen in Bakuba waren, sagte ein Behördensprecher. Die Opfer seien „wie bei einer Hinrichtung“ getötet worden.

Auch in Basra kam es am Sonntag erneut zu Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen. Nachdem irakische Polizisten in der überwiegend von Schiiten bewohnten Stadt eine sunnitische Moschee umstellten, wurden bei einem Gefecht neun Menschen getötet. Nach Polizeiangaben hatten sich bewaffnete Kämpfer in der Moschee verschanzt. Sechs Personen seien verhaftet worden. In der Nähe der Moschee seien zwei mit Sprengstoff präparierte Autos gefunden worden.

Bei einem Selbstmordanschlag am Samstag waren in Basra am Samstag mindestens 28 Menschen getötet und 62 verletzt worden. Nach Angaben der Polizei fuhr der Attentäter am Nachmittag mit einem mit Sprengstoff präparierten Auto in einen belebten Markt und zündete die Bombe.

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