Roberto Maroni
Der neue Saubermann der Lega Nord

Ex-Minister, Hobby-Musiker, vorbestraft: Roberto Maroni ist der neue inoffizielle Anführer der italienischen Partei Lega Nord. Nach dem Veruntreuungsskandal soll der Ex-Innenminister den neuen Saubermann mimen.
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MailandRoberto Maroni, der ehemalige Weggefährte von Umberto Bossi schickt sich an, die Führung der Lega Nord zu übernehmen, nachdem ein Veruntreuungs-Skandal die Bossis weggefegt hat. Der Gründer und Anführer der norditalienischen Partei Umberto Bossi, ist bereits am Gründonnerstag zurückgetreten. Sein Sohn Renzo, für die Lega Nord im Parlament der Lombardei, tat es ihm am Ostermontag nach. Weitere Namen werden folgen, wenn es nach Maroni geht.

Der ehemalige Innenminister unter Silvio Berlusconi spielt die Rolle des Saubermanns in der beschmutzten Partei der Saubermänner. Nicht zufällig hat er Besen als Symbol für das heutige Lega-Nord-Treffen in Bergamo gewählt. In dem Städtchen am Fuß der Alpen, 50 Kilometer nordöstlich von Mailand, haben Maroni und Bossi die Separatistenpartei 1989 offiziell aus der Taufe gehoben.

Fast 13 Jahre später muss Maroni nun verhindern, dass das noch junge Leben bald erlischt. Die Parteibasis, die den Sprüchen wie „Roma Ladrona“ (diebisches Rom) Glauben geschenkt hat und den Süden des Landes der Korruption bezichtigt, ist wütend, seit sie erfahren musste, dass sich Bossi mit seiner Familie und Freunden aus der Parteikasse bedient hat.

Maroni ist der stärkste Kopf in der Troika aus ihm, Roberto Calderoli und Manuela Dal Lago, die seit dem Rücktritt von Bossi die Partei führt. Er will nun komplett mit der alten Riege brechen. „Säubern, säubern, säubern!“, schreibt er auf seiner Facebook-Seite und antwortet einem Anhänger: „Jene, die das Geld der Lega (und damit der Anhänger) für persönliche Zwecke benutzt haben, müssen ausgeschlossen werden“. Nun muss er konsequent sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass der studierte Jurist auf Konfrontationskurs mit Bossi geht. Der ehemalige Kommunist, der dreimal mit Bossi unter Berlusconi in der Regierung saß, hat in den vergangenen Monaten mehrmals für eine Erneuerung der Partei plädiert. Er setzte sich auch für den  populären Bürgermeister der Stadt Verona Flavio Tosi ein, als der mit einer eigenen Koalition wollte. Bossi dagegen wollte ihm einen eigenen Gefolgsmann vorsetzen. Auf Maronis Druck findet im Herbst ein großer Parteikongress statt, der die Führung demokratisch wählen soll. Wahrscheinlich zieht die Lega diesen Kongress nun vor.

Auch hat sich Maroni im vergangenen Jahr schon früh für ein Ende der Allianz mit Berlusconi ausgesprochen und wollte auch die Regierung von Mario Monti extern unterstützen, während Bossi sich für die Fundamental-Opposition entschied.

Im Gegensatz zu Bossi, der sich gerne mit ausländerfeindlichen Parolen profiliert und im Unterhemd und mit erhobenem Mittelfinger ablichten lässt, ist Maroni der Mann der leiseren Töne. Der Mann mit den markanten Brillen, der zwar wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt vorbestraft ist – er wollte 1996 eine Durchsuchung der Polizei verhindern – konnte auch weniger militante Wähler und Politiker für sich gewinnen. Als Minister wagte sich der Mann aus dem lombardischen Varese sogar weit südlich von Rom vor: er spielte in Sizilien auf einem Benefiz-Konzert für Haiti mit seiner Blues-Band „Distretto 51“ die Hammond-Orgel.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Erst wettert Bossi gegen "Roma ladrona" (Rom die Diebin), dann füllt er sich selbst die Taschen aus der Parteikasse und lebt in Saus und Braus (Söhne studieren in England, fahren Luxusautos usw. usw.) Es ist immer das selbe, das dumme Volk fällt auf Populisten rein, seien sie nun von links oder von rechts. Die Dummen sterben nicht aus, werden immer mehr.

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