Rodgiro Duterte Philippinen wollen doch keine „Trennung“ von den USA

Der philippinische Präsident Duterte ist berüchtigt für seine Ausfälle – in China erklärte er nun kurzerhand die „Trennung“ vom engsten Verbündeten USA. Die Regierung in Manila bemüht sich um Schadensbegrenzung.
Der Präsident der Philippinen hat bei seinem Staatsbesuch in China wieder einmal für einen Eklat gesorgt. Quelle: Reuters
Rodgiro Duterte

Der Präsident der Philippinen hat bei seinem Staatsbesuch in China wieder einmal für einen Eklat gesorgt.

(Foto: Reuters)

ManilaNach einer neuen Breitseite des philippinischen Präsidenten Rodgiro Duterte gegen die USA bemüht sich die Regierung in Manila um Schadensbegrenzung. Der Präsident mit dem lockeren Mundwerk hatte bei einem Besuch in Peking die „Trennung“ seines Landes von dem langjährigen engsten Verbündeten, den USA, angekündigt. Washington verlangte daraufhin befremdet eine Erklärung.

„Wir werden weiter Beziehungen zum Westen unterhalten, aber wir wollen engere Integration mit unseren Nachbarn“, teilte die Regierung am Freitag mit. Handelsminister Ramon Lopez sagte dem Sender CNN: „Natürlich werden will nicht Handel und Investitionen mit dem Westen stoppen, vor allem nicht mit den USA.“

Duterte hatte bei dem Staatsbesuch in China gesagt: „Ich gebe an diesem Ort meine Trennung von den Vereinigten Staaten bekannt.“ Vor Wirtschaftsvertretern in Peking sprach Duterte dem Redemanuskript zufolge von einer sowohl „militärischen“ als auch „wirtschaftlichen Trennung, führte aber nicht weiter aus, was damit gemeint ist.

Der Pöbel-Präsident der Philippinen
Philippinischer Wahlsieger
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Mit markigen Statements und dem Ruf eines gnadenlosen Law-and-Order-Politiker hat Rodrigo Duterte im Mai die Wahl zum philippinischen Präsidenten gewonnen. Obwohl er schon im Wahlkampf immer wieder mit Entgleisungen aufgefallen war, war sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Mar Roxas groß: Insgesamt gaben 14,4 Millionen Philippiner Duterte ihre Stimme, Roxas kam nur auf 8,6 Millionen Wähler. In der Welt genießt der neue Präsident bereits wenige Monate nach seiner Wahl den Ruf eines philippinischen Donald Trump. Eine Auswahl seiner seltsamsten Sprüche.

„Fickt euch“
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„Fickt euch“ kommentierte der 71-Jährige Rodrigo Duterte eine Resolution des EU-Parlaments vom 15. September. Darin äußern sich die Parlamentarier besorgt über die hohe Zahl von Drogenverdächtigen, die seit Dutertes Amtsantritt in Polizeigewahrsam umgekommen sind. Sie ermahnen die Regierung Dutertes, die Menschenrechte einzuhalten und fordern eine Untersuchung der Todesfälle. Duterte ist mit einem kompromisslosen Anti-Drogen-Programm angetreten und hat Dealern offen mit dem Tod gedroht.

„Entweder tötet ihr mich oder ich werde euch töten“
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„Alle unter euch, die auf Drogen stehen, ihr Hurensöhne, ich werde euch wirklich töten“, rief Duterte jubelnden Anhängern in Manila zu. „Ich habe keine Geduld, ich habe keinen Mittelweg, entweder Ihr tötet mich oder ich werde Euch töten, ihr Idioten.“ In der Bevölkerung kommen solche Sprüche gut an, der ehemalige Bürgermeister von Davao erwarb sich dadurch den Spitznamen „Duterte Harry“, ein Verweis auf die Filmfigur „Dirty Harry“. Das Foto zeigt Clint Eastwood, der den „Dirty Harry“ spielte.

„Wenn ich Präsident werde, wird es blutig“
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inIm Wahlkampf kündigte Duterte eine harte Hand gegen Kriminalität an. In der Millionenstadt Davao, wo der 71-Jährige Bürgermeister war, wurden in den vergangenen 18 Jahren mehr als 1400 Kleinkriminelle umgebracht, ohne dass je ein Täter vor Gericht kam. Nach Angaben von Menschenrechtlern waren Todesschwadronen am Werk, die ohne Rückendeckung des Bürgermeisters nicht hätten agieren können.

„Zisch ab, Du Hurensohn“
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Mit diesem Spruch bedachte Duterte Papst Franziskus, weil er bei dessen Besuch in Manila im vergangenen Jahr einmal fünf Stunden im Verkehrsstau steckte.

„Ich war total sauer, dass sie vergewaltigt wurde, aber sie war wunderschön. Ich dachte, als Bürgermeister hätte ich als erster dran sein sollen.“
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Das sagte Duterte über den Fall einer australischen Missionarin, die in seiner Heimatstadt Davao vor Jahren mehrfach vergewaltigt und ermordet worden war. Das Statement sorgte für heftige Kritik – tat der großen Popularität Dutertes aber keinen Abbruch.

„Haltet die Klappe, meinetwegen könnt ihr die diplomatischen Beziehungen abbrechen“
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So fuhr Duterte die australische Botschafterin und den Top-US-Diplomaten in Manila an, die ihn für seine Aussage zu der vergewaltigten Missionarin kritisiert hatten.

Duterte macht seit seinem Amtsantritt Ende Juni weltweit Schlagzeilen - meist mit rüden Äußerungen. US-Präsident Barack Obama bezeichnete er etwa als Hurensohn. Der sagte daraufhin ein geplantes bilaterales Treffen mit Duterte am Rande einer Konferenz in September ab.

  • dpa
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