Rohingya-Konflikt in Myanmar
Suu Kyi lädt Flüchtlinge zur Rückkehr ein

Seit August sind viele Rohingya vor der Gewalt in Myanmar nach Bangladesch geflohen. Jetzt bemüht sich Regierungschefin Aung San Suu Kyi um eine Lösung des Konflikts und lädt die Flüchtlinge zur Rückkehr ein.
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NaypyidawNach Ansicht der myanmarischen Regierungschefin sind die meisten Dörfer der muslimischen Minderheit der Rohingya nicht von Gewalt betroffen. Sie lade Diplomaten ein, sich die Situation vor Ort anzuschauen, sagte Aung San Suu Kyi am Dienstag bei einer Ansprache. Es sei wichtig, zu verstehen, warum der Konflikt mit den Rohingya nicht überall ausgebrochen sei, betonte die Friedensnobelpreisträgerin vor ausländischen Diplomaten in Naypyitaw.

Konkret sagte Suu Kyi, „mehr als die Hälfte“ aller Rohingya-Dörfer sei nicht durch Gewalt in Mitleidenschaft gezogen worden. An die Diplomaten gewandt sagte sie, diese sollten gemeinsam mit der Regierung lernen, warum die Menschen sich in diesen bestimmten Regionen „nicht an den Hals“ gegangen seien.

Das Land solle im Ganzen beurteilt werden, und nicht lediglich aufgrund der Situation im Staat Rakhine, sagte sie zudem und bekräftigte, die Regierung wolle eine Lösung für die Lage dort finden. Außerdem arbeite sie an den Beziehungen zu Bangladesch. Sie beteuerte, der Friedensprozess im Land werde mit Schwierigkeiten fortgesetzt - ihre Regierung wolle Frieden und Harmonie.

In Rakhine war es am 25. August zu Unruhen gekommen, seither flohen nach UN-Angaben 400.000 Rohingya von dort ins Nachbarland Bangladesch. Zum Nachbarland hatten sich die Beziehungen zuletzt verschlechtert, es warf Myanmar vor, seinen Luftraum mit Hubschraubern und Drohnen verletzt zu haben.

Die UN haben die Vorgänge als „ethnische Säuberungen“ beschrieben. Die myanmarische Regierung dagegen macht Aufständische innerhalb der ethnischen Minderheit für Unruhen verantwortlich und behauptet, die Rohingya brannten beispielsweise ihre eigenen Häuser nieder und zögen nach Bangladesch.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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