Rohstoff-Reichtum
Ostafrika steht ein starkes Wachstum bevor

Schwache Rahmenbedingen und steigende Korruption belasten die Wirtschaft Afrikas. Doch die Prognos-Studie sieht für den ostafrikanischen Sektor große Chancen im Bereich Energie und Telekommunikation.
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KapstadtIn den vielen Analysen über den Aufstieg der Schwellenländer bleibt ein ganzer Kontinent meist außen vor: Afrika, das ewige Schlusslicht der Weltwirtschaft. Wer genauer hinschaut, sieht jedoch, dass es auch südlich der Sahara Voraussetzungen für einen Aufschwung gibt. Das Forschungsinstitut Prognos rät in seiner Studie "Wachstumsmärkte für die deutsche Industrie - eine Auswahl jenseits der BRICS", den Blick nach Ostafrika zu richten.

Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda und das viel ärmere Burundi bilden die Ostafrikanische Gemeinschaft und werden darum in der Studie für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die dem Handelsblatt vorab vorliegt, als ein Markt mit rund 150 Millionen Menschen behandelt. Seine Wirtschaftsleistung von 77 Milliarden Dollar liegt kaum über der des Landes Brandenburg, wächst aber viel schneller.

Als Musterland der Region gilt heute Ruanda, das noch immer mit dem Völkermord von 1994 verbunden wird. Doch der autokratische Staatschef Paul Kagame hat seither die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft verbessert und die Korruption bekämpft. Das Durchschnittseinkommen hat sich mehr als verdoppelt. Im Doing-Business-Report der Weltbank wird das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas als weltweit "bester Reformstaat" gelobt - innerhalb von nur zwei Jahren stieg Ruanda in der Standortliste der Weltbank von Rang 143 auf Platz 45.

Im wirtschaftlich wichtigsten Land der Region, Kenia, hat sich hingegen die Korruption weiter ausgebreitet und bremst ebenso wie die marode Infrastruktur den wirtschaftlichen Aufschwung. Außerdem fürchten Investoren Unruhen rund um die Anfang 2013 geplanten Wahlen - wie 2007, als 1 500 Menschen umkamen.

Doch auch Kenia macht Fortschritte. Die Regierung investiert kräftig in die Infrastruktur. Auf der Insel Lamu entsteht ein Überseehafen mit einem Ölterminal für Supertanker und einer Raffinerie für das Erdöl aus dem Nachbarstaat Südsudan, das über eine 1 400 Kilometer lange Pipeline hingeführt werden soll. Auch ein Netz von Schnellstraßen ist geplant.

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