Rohstoffreserven knapp
Deutschland hilft Japan mit seltenen Erden aus

Hilfe au dem „kleinen Dienstweg“: Da Japan rapide die seltenen Erden ausgehen, hat Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle den Asiaten Unterstützung angeboten. Die Japaner leiden unter einem von China gegen den Nachbarn verhängten Exportstopp. Überhaupt wollen Tokio und Berlin beim Thema Rohstoffe künftig gemeinsame Sache machen.
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HB JEKATERINBURG. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will Japan helfen, aus einem Versorgungsengpass bei Seltenen Erden herauszukommen. Japan habe nur noch Vorräte für etwa vier Wochen. China, das 92 Prozent der Weltproduktion stelle, habe einen Exportstopp für Seltene Erden nach Japan verfügt, erläuterte Brüderle am Samstag in Jekaterinburg/Russland bei einer Zwischenlandung auf dem Rückflug von seiner Asien-Reise nach Berlin.

Die Stoffe würden gebraucht in Handys und Computern. Deutschland und Japan wollten daher prüfen, ob sie gemeinsam in der Welt die Rohstoff-Exploration vorantreiben könnten, sagte Brüderle. So gebe es Vorkommen in Namibia, der Mongolei und den USA.

Die Mongolei sei zum Beispiel von DDR-Geologen erforscht worden. Er schließe nicht aus, dass sich auch andere Länder an der Exploration beteiligten. Auch sollten Deutschland und Japan gemeinsam nach Ersatz für die Stoffe forschen.

Peking habe den Exportstopp nach Japan verhängt wegen der Festnahme von chinesischen Fischern durch Japan vor Inseln, die beide Länder beanspruchten. Die Fischer seien aber wieder freigelassen worden, sagte Brüderle. Der Minister hatte zuvor berichtet, bei seinen Gesprächen in Peking habe er den Exportstopp kritisiert. Die chinesische Seite habe unter anderem auf Landschaftszerstörung durch den Gesteinsabbau für die Seltenen Erden hingewiesen. Andere Länder könnten die Stoffe ja auch abbauen, hatte Handelsminister Chen Deming erklärt.

Brüderle sagte weiter, Japan könnte auch versuchen, Handys zu recyclen oder in anderen Staaten die Seltenen Erden zu kaufen. Die Kooperation habe er am Freitag verabredet bei seinen Gesprächen in Tokio mit dem japanischen Wirtschaftsminister Akihiro Ohata und dem stellvertretenden Premier Banri Kaieda.

BASF-Vorstand Martin Brudermüller hatte zuvor von einer “Innovationswelle“ in der deutschen Industrie gesprochen, die die Knappheit der Seltenen Erden auslösen werde. Es würden Ersatzstoffe und Verfahren gesucht, mit denen sie in geringerer Menge benötigt würden.

Kommentare zu " Rohstoffreserven knapp: Deutschland hilft Japan mit seltenen Erden aus"

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  • Weg mit brüderle !!!

  • Super, Deutschland und Japan haben ähnliche Probleme und unser Wirtschaftsminister mit möchte mit Japan zusammenarbeiten. Was meine Vorredner daran jetzt schon wieder schlecht finden verstehe ich nicht. bravo, Weiter so Herr brüderle!

  • Sie leiden wohl auch an der Zwangsvorstellung, daß alles der deutsche Steuerzahler bezahlt habe ? Wenn die Übernahme klappt, beschweren sie sich doch bei der CDU/SPD. Die haben die entsprechenden Europa-Regeln installiert. "Wir brauchen unbedingt den Vertrag von Lissabon ! " das Volk wurde nicht gefragt, denn wir haben ja eine repräsentative Demokratie, nicht ? -Jetzt sollen die spanier oder brüderle Schuld sein, so ein blödsinn. Solange ACS nicht gegen bestehende Gesetze verstößt, die wie gesagt von deutschland eifrig mitinstalliert und immer wieder gefordert wurden, gibt es überhaupt nichts zu meckern, denn es ist vollkommen legal. Die sache scheint wieder einmal ein Fressen für den Stammtisch oder die bildzeitung. O wie furchtbar deutschland betrogen wird !

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