
HB NEW YORK/HAMBURG. Nach Russland haben auch die USA im Wettrennen um die Rohstoffe in der Arktis ein Forschungsschiff in Richtung Nordpol entsandt. Der US-Eisbrecher „Healy“ stach am Montagabend (Ortszeit) von den Aleuten aus in See. Am Mittwoch soll ein kanadisches Forschungsschiff folgen. Die Wissenschaftler wollen gemeinsam Daten sammeln, um die Grenzen des nordamerikanischen Kontinents festzulegen. Die Anrainer streiten seit Jahren um das Zugriffsrecht auf die gewaltigen Öl- und Gasreserven am Pol.
Während sich Rohstoffkonzerne weltweit Milliardengeschäfte im hohen Norden erhoffen, schlagen Umweltschützer Alarm. Die Organisation Greenpeace fordert, die Rohstoffe in der Arktis vorläufig nicht auszubeuten. Es sei wissenschaftlich unerforscht, was sich unter der bisherigen arktischen Eisdecke verberge, sagte Greenpeace-Expertin Iris Menn der Nachrichtenagentur dpa in Hamburg. Von daher sei es nicht zu verantworten, dort Gas, Öl oder Mineralien zu gewinnen.
„Nicht zuletzt durch die Katastrophe im Golf von Mexiko wissen wir, was Ölförderung anrichten kann“, sagte Menn. Experten befürchten, dass bei einem Unfall die Mikroorganismen wegen des kalten Klimas das Öl deutlich langsamer als etwa im Golf von Mexiko zersetzen.
Die Kanadier bereiten ihren Aufbruch in die Arktis für Mittwoch vor. Das Forschungsschiff „Louis S. St-Laurent“ werde von Nunavut im hohen Norden des Landes aus starten, sagte die Geologin Deborah Hutchinson vom U.S. Geological Survey, dem Amt für Bodenforschung in Reston (US-Bundesstaat Virginia). Über die Internetseite www.sailwx.info lässt sich die Route und die aktuelle Lage der Forschungsschiffe verfolgen.