Roman Abramowitsch
Der Oligarch im Parlament

Der russische Oligarch Roman Abramowitsch will seinen politischen Einfluss ausbauen - und sich einen Platz im russischen Parlament sichern. Mit seinem Vermögen hat der Mäzen des englischen Fußballclubs Chelsea sich das Vertrauen des verarmten Nordosten Russlands erkauft. Nun strebt er nach politischer Immunität.
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MOSKAU. Den russischen Oligarchen und Lebemann Roman Abramowitsch zieht es in die große Politik. Im kommenden Dezember strebe der 44-Jährige ein Mandat in der Duma an, dem russischen Parlament, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Vertreter der Wahlbehörde in der Arktis-Region Tschukotka.

In jenem Bezirk im äußersten Nordosten Russlands ist Abramowitsch formal schon ein politisches Schwergewicht: Momentan wirkt er als Vorsitzender des regionalen Parlaments, zuvor war er schon sieben Jahre Gouverneur der Region.

In Wahrheit aber wird Abramowitsch selten in der unwirtlichen Gegend gesichtet. Der 11,2 Milliarden Dollar schwere Eigentümer des britischen Fußballclubs Chelsea segelt bevorzugt auf einer seiner drei Yachten um die Welt. Aus dem operativen Geschäft hat sich der Vater von sechs Kindern schon vor langer Zeit zurückgezogen: Sein Vermögen verwalten Investmentbanker, seine politischen Aufgaben delegiert er an Stellvertreter.

Trotzdem ist Abramowitsch bei den Tschuktschen sehr beliebt. Denn wenn er in die Region kommt, spendiert er großzügig Millionenbeträge für den Aufbau der verarmten Region. Zum Dank verschaffen ihm die Einwohner stets ein Mandat im regionalen Parlament. Und mit dem genießt Abramowitsch politische Immunität – die einem Oligarchen noch nie geschadet hat.

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