Romney-Konten
Schweiz ärgert sich über Wahlkampf-Spots

Ein Anti-Romney-Video erzürnt die Schweiz, sogar die Botschaft wird aktiv. Der Clip zeigt eine Frau im Dirndl, einen Mann mit Ähnlichkeiten zu Mitt Romney und ein Lied, das schon Ende der Neunziger Geschmacksache war.
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WashingtonEin US-Wahlkampf-Video sorgt für Kontroversen - anscheinend bis hin in die Schweiz. In dem Streifen, den eine private Organisation produzierte und ins Internet stellte, tanzt eine junge Frau im Dirndl um einen Mann, der den republikanischen Spitzenkandidaten Mitt Romney darstellen soll. Sie singt zu den Tönen des 1997iger Pop-Hits „I'm a Barbie Girl“ und bezieht sich dabei auf Vorwürfe, nach denen der Multimillionär Teile seines Reichtums in Schweizer Banken gebunkert haben soll, um Steuern zu sparen.

„Ich bin ein Romney-Girl, in einer Romney-Welt. Leben ist steuerlos. Es ist fantastisch“, gibt die Frau musikalisch von sich. „Ich bin Mitt Romney. Lass uns feiern“, antwortet der Video-Romney, während sie in sein rotes Cabrio steigt.

Der Sprecher des Schweizer Außenministeriums in Bern, Renz Tilman, bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass sich die Botschaft in Washington im Wahlkampf-Hauptquartier von Präsident Barack Obama beschwert habe. Sie habe gegen die Ausstrahlung von Spots interveniert, „welche den Eindruck vermitteln, dass die Tatsache, ein Bankkonto in der Schweiz zu haben, an sich schon anrüchig sei und in jedem Fall dazu dienen würde, Geld vor dem Fiskus zu verstecken.“

Salome Ramseier, eine Sprecherin der Schweizer Botschaft, erklärte aber, dass die Intervention nichts mit dem Romney-Girl-Video zu tun gehabt habe. Sie habe sich auf „Schlussfolgerungen“ hinsichtlich Schweizer Bankkonten vor dem Clip bezogen, sagte sie der dpa.

Das Video stammt von der New Yorker Interessengruppe Agenda Project/Action Fund (APAF). Diese habe keine Verbindung zu Obamas Wahlkampflager, sagte Erica Payne, Chefin der Gruppe. Sie sei eine unabhängige Einrichtung, die für eine Reform des Steuersystems kämpfe.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Typisches Thema im Wahlkampf der Hollywood-Demokratie einer bald ehemaligen Weltmacht, die sich und ihre Alliierten? (im alten wie im neuen Europa (nach Dubyas Definition) und anderswo) durch die grenzenlose Gier ihres Kasinokapitalismus an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hat.

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