Romney unter Druck: Angriff auf die Moral

Romney unter Druck
Angriff auf die Moral

Der republikanische Spitzenkandidat Mitt Romney führt – mit einem Vorsprung von knapp 20 Prozent geht er in die Vorwahlen in New Hampshire. Doch wegen seiner Geschäftspraktiken gerät Romney zunehmend unter Druck.
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Concord/New HampshireMit einem komfortablen Vorsprung von knapp 20 Prozent geht Mitt Romney in die heutigen Vorwahlen in New Hampshire. Nach Iowa wird dort zum zweiten Mal über den künftigen republikanischen Herausforderer von US-Präsident Barack Obama abgestimmt. Nach letzten Umfragen liegt Romney deutlich vor dem libertären Kandidaten Ron Paul, Jon Huntsman und Rick Santorum. Doch je mehr Mitt Romney seinen Abstand vor der Konkurrenz ausbaut, desto schärfer wird die Kritik an dem republikanischen Spitzenkandidaten.

Als sich am Wochenende die Bewerber zu Fernsehdebatten trafen, attackierten sie Romney für dessen Geschäftsmodell während seiner Zeit als Chef der Firma Bain Capital. Außerdem hielten sie ihm vor, sein Verständnis von Politik sei ein Beispiel dafür, warum die politische Atmosphäre in Washington derart vergiftet sei. Auf Letzteres bezog sich vor allem Jon Huntsman, der frühere Gouverneur von Utah. Huntsman war zwischen 2009 und 2011 Botschafter der USA in Peking und hatte damit unter der Präsidentschaft von Barack Obama gedient. Genau das aber hatte Romney Huntsman vorgehalten, dass dieser sich in den Dienst eines Präsidenten gestellt habe, den die Republikaner aus dem Amt jagen wollten. Huntsman reagierte später auf diesen Vorwurf und sagte, Romneys Einstellung sei einer der Gründe für die Spaltung in den USA.

Gleichzeitig gerät Romney wegen seiner früheren Geschäftstätigkeit in die Kritik. Als Gründer und Chef von Bain Capital hatte Romney in Not geratene Firmen übernommen und versucht, wieder profitabel zu machen. Newt Gingrich, der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses, der in den Umfragen zeitweise ziemlich nah an Romney herangekommen war, warf ihm vor, Unternehmen ausgeplündert zu haben. Romney habe massiv Arbeitnehmer entlassen, um sich selbst zu bereichern. Bei einem späteren Wahlkampfauftritt war Romney dann sichtlich bemüht, den Erfolg seiner Berater- und Investmenttätigkeit zu rechtfertigen. Erst durch das Engagement von Bain Capital seien Unternehmen wie Staples (Büroorganisation) oder Sports Authority (Sportbekleidung) wieder in die Gewinnzone gekommen.

Allerdings war Romney schon zuvor mehrfach wegen seiner früheren Tätigkeit in Erklärungsnot gekommen. Denn der frühere Gouverneur von Massachusetts behauptet immer wieder, während seiner Jahre bei Bain Capital in den 80er und 90er Jahren seien im Ergebnis rund 100 000 neue Jobs geschaffen worden. Eine Ziffer, die sich jedoch kaum belegen lässt und angezweifelt wird.

Ein überzeugender Sieg von Romney würde den ehemalige Gouverneur von Massachusetts in eine hervorragende Ausgangsposition für den nächsten Urnengang in South Carolina, dem ersten Test im Süden der USA, in knapp zwei Wochen bringen. In South Carolina hatte bis vor kurzem Newt Gingrich vorne gelegen. Doch der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses musste seine Spitzenposition dort zuletzt abgeben.

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Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent

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  • vorgedrungen mit Sicherheit, aber unwillig darüber zu berichten.

  • Komisch, nach neueren Umfragen SINKT der Vorsprung Romneys gegenüber dem Freiheitskandidaten Ron Paul. Ist das zum Handelsblatt noch nicht vorgedrungen?

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