Ron Paul im Interview
Bernanke-Gegner fordert mehr Transparenz von Notenbanken

Der US-Abgeordnete und Intimfeind von US-Notenbankchef Ben Bernanke verlangt mehr Transparenz von allen Notenbanken. Ron Paul forderte im Interview mit dem Handelsblatt, er wolle wissen, „was die Notenbanken tun“.
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New York„Es ist klar, dass die Notenbanken zusammenarbeiten. Und wir wollen wissen, was die Notenbanken tun“, sagte der Autor eines Gesetzes zur Durchleuchtung der Fed im Interview mit dem Handelsblatt.

Ron Paul, der seit Jahrzehnten für eine Abschaffung der Fed kämpft, hat in der vergangenen Woche sein Gesetz mit großer Mehrheit durch das Repräsentantenhaus gebracht. Durch ein Audit der Fed verspricht er sich zu erfahren, wer von den Billionenschweren Krisenprogrammen der Fed profitiert hat.

Seine Ansicht nach hält die Fed wichtige Details vor der Öffentlichkeit verborgen. „Sie verschweigt uns, wer von den ganzen Maßnahmen profitiert. Sie verschweigt, welche Banken auf der Gewinnerseite stehen und welche Länder davon profitieren. Und sie sagen uns nicht, ob es dafür eine Gegenleistung gibt“, sagte er. Die Fed hatte in der Krise nicht nur Banken in den USA unter die Arme gegriffen, sondern auch mit Kreditlinien anderen Notenbanken in der Welt Dollarbestände zur Verfügung gestellt.

Der 76-Jährige Ron Paul ist eines der Aushängeschilder der amerikanischen Tea Party-Bewegung. Bei seinem – letztlich gescheiterten – Versuch, die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner zu erringen, hat er Millionen vor allem junger Amerikaner hinter sich gebracht. Auch in Europa hat einer wachsende Zahl von Anhängern, die wie er eine Rückkehr des Währungssystems zur Golddeckung befürworten.

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  • Leider ist Europa noch Jahre von diesem Verständnis entfernt.

    Ich habe noch niemals eine Stimme gehört, die etwa die Anleihe-Käufe der EZB unter die Lupe nehmen will.
    Wenn da 200 Mrd. für Anleihekäufe der PIIGS am Sekundärmarkt gedruckt werden- geht das nicht ohne Vorbereitung.
    Solche Volumina liegen nicht zufällig im Bid/Ask der Börse, da gibt es Absprachen. Nicht-öffentlich.

    Und es wäre völlig außerhalb jeder Lebenserfahrung, dass solche geheimen Absprachen objektiv verlaufen, mindestens.

    Eine Institution wie die EZB hat Europa schwer geschadet und für eine Umkehr scheint es zu spät.

  • Dr. Ron Paul fordert die Aufgabe des Geldmonopols des Staats, d.h. den freien Wettbewerb von Währungen. Somit würde sich die stabilste Währung langfristig durchsetzen. "Audit the Fed" ist nur ein Zwischenschritt.

  • Noch hat er die Präsidentschaftskandidatur nicht verloren... Die National Convention in Tampa ist erst mitte/ende August! Und dort kann jeder Delegierte stimmen wie er will, auch beim ersten Durchgang. Was zwar unwahrscheinlich ist kann auch unerwartet enden: Viele Mitt Romney Delegierte haben schon ihre Unterstützung für Paul bekanntgegeben.

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