Ross Ulbricht Silk Road-Gründer bekommt lebenslänglich

Silk Road galt als das Ebay für den Drogenhandel. Ross Ulbricht wurde bereits im Februar als Drahtzieher schuldig gesprochen. Noch in der vergangenen Woche bat er um Milde - überzeugte das Gericht aber nicht.
Update: 30.05.2015 - 00:08 Uhr Kommentieren
Screenshot der illegalen Internet-Handelsplattform "Silk Road 2.0" von 2014. Quelle: dpa
Illegaler Onlinehandel

Screenshot der illegalen Internet-Handelsplattform "Silk Road 2.0" von 2014.

(Foto: dpa)

New YorkDer Gründer der Untergrund-Handelsplattform „Silk Road“, Ross William Ulbricht, soll lebenslang ins Gefängnis. Das entschied ein New Yorker Gericht am Freitag, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg aus dem Gerichtssaal berichtete.

Die Bundesrichterin Katherine Forrest verurteilte den 31-jährigen Ulbricht am Freitag gleich zwei Mal zu lebenslanger Haft. Außerdem bekam er für die einzelnen Anklagepunkte Haftstrafen in Höhe von fünf, 15 und 20 Jahren aufgebrummt. Die Richterin wandte sich mit harschen Worten an Ulbricht. "Was Sie mit Silk Road getan haben, war furchtbar zerstörerisch für unser soziales Gefüge", sagte sie.

Über „Silk Road“ wurden über Internet unter anderem Drogen verkauft. Neben Rauschgift konnten Internetnutzer dort auch Waffen, Hacker-Software und gefälschte Ausweise kaufen sowie Auftragsmörder anheuern. Die Plattform soll zudem für andere illegale Aktivitäten wie Geldwäsche eingesetzt worden sein. Die Ermittlungen waren knifflig, weil die Website über verschlüsselte Internetverbindungen lief und Transaktionen anonym über die Digitalwährung Bitcoin abgewickelt wurden.

Ulbricht war im Februar unter anderem wegen Drogenhandels, Geldwäsche und Verschwörung zum Computer-Hacking schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass er unter dem Decknamen „Dread Pirate Roberts“ die illegale Plattform steuerte. Die Ermittler schätzten, dass über „Silk Road“ illegale Drogengeschäfte im Volumen von rund 1,2 Milliarden Dollar abgewickelt worden waren. Ulbricht soll auch versucht haben, mehrere Morde in Auftrag zu geben.

Ulbricht selbst behauptete, er habe „Silk Road“ nur gestartet und dann in andere Hände gegeben. Allerdings hatten die Ermittler besonderen Wert darauf gelegt, ihn mitten in einem Online-Chat festzunehmen, den er als „Dread Pirate Roberts“ führte.

Die Mindeststrafe lag bei 20 Jahren. Ulbricht hatte das Gericht noch vergangene Woche in einem Brief ersucht, ihn nicht lebenslang hinter Gitter zu stecken, weil er seine Fehler eingesehen habe.

  • dpa
  • afp
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