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Rote Aristokratie: Chinas reiche Kinder

Kommunismus als Erbhof: Mächtige heben ihre Kinder in Top-Positionen und die reizen das Volk mit ihrem Luxusleben. Ihr Reichtum wächst nicht zuletzt durch Korruption. Doch das Volk wird nicht ewig zugucken.

Ein Ferrari wird an einen jungen Chinesen ausgeliefert. Quelle: Reuters
Ein Ferrari wird an einen jungen Chinesen ausgeliefert. Quelle: Reuters

PekingChinas Elite pflegt eine besondere Beziehung zu der italienischen Sportwagenmarke Ferrari. Vielleicht liegt Pekings einziges Autohaus für die Nobelkarossen deshalb nur zehn Minuten vom Regierungsviertel entfernt. „Es gibt durchaus auch Staatsbeamte, die sich unsere Autos leisten“, gibt die Verkaufsberaterin zu. Die Mittvierzigerin passt mit ihrem grauen Designerkostüm perfekt zwischen die roten Sportwagen - und sie kennt sich bestens mit den Gepflogenheiten ihrer elitären Kunden aus: „Die Beamten vermeiden unseren Showroom. Um nicht aufzufallen, schicken sie Mittelsmänner.“

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Diskretion ist im Falle dieser heiklen Käuferschicht dringend nötig. Kaum ein Thema erzürnt die chinesische Öffentlichkeit derzeit so sehr wie der Reichtum der regierenden Klasse, angehäuft durch schamlose Korruption. Denn mit einem normalen Beamtengehalt lässt sich ein Luxusauto unmöglich bezahlen. Der Luxus-Leninismus könnte sich in den kommenden Jahren als größtes Problem für den Machterhalt der Partei herausstellen. Echte Marxisten ärgern sich maßlos über die Entwicklung einer roten Aristokratie. „Die KP repräsentiert nicht mehr die Interessen des Volkes“, sagt der emeritierte Politologe Shang Dewen von der Peking-Universität. „Sie ist zu einer Partei der kleinen, verwöhnten Prinzen geworden.“

Marktforschung Wie Chinesen über den Autokauf entscheiden

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Der Neid der Armen auf die herrschende Klasse nimmt rasch zu, was sich an der steigenden Häufigkeit von Protesten und Aufständen im ganzen Land ablesen lässt. Das Muster aus Korruption, teurem Auto und wütenden Bürgern findet sich dabei auf allen Ebenen des Riesenreichs - nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch fern von Peking auf dem Lande. „Uns alle hier regt die Bestechlichkeit der örtlichen Beamten auf“, sagt Frau Wang, eine Bäuerin in der nordchinesischen Provinz Liaoning. Die Bäuerin verweist auf das Beispiel des Parteisekretärs ihres Dorfes.

Dieser ist zunächst einmal der Sohn des alten Parteisekretärs: Macht ist in China erblich geworden. Der junge Mann, er ist erst Anfang 30, fährt zudem einen weißen Porsche Cayenne: 240 PS, die Sitze mit echtem Leder bezogen, chinesischer Listenpreis 120.000 Euro. Offiziell verdient so ein Beamter nur wenige Tausend Euro im Jahr. „Wo soll denn das Nobelauto herkommen, wenn nicht von Schmiergeldern?“, fragt Bäuerin Wang. In den Städten geschieht im Großen, was auf dem Lande im Kleinen passiert.

  • 08.11.2012, 07:34 Uhrmamadousawadogo@rocketmail.com

    "Die FBME (Federal Bank of the Middle East) soll für Geldwäsche und die Finanzierung von Terrorgruppen verantwortlich sein."

    Ob die Entwicklungshilfegelder von der EU schon mit "NIGERIA-CON" auf mein Privatkonto rücküberwiesen wurden?

    http://419awareness.files.wordpress.com/2011/09/419small.jpg

    Ich muß mal die Liste mit den Seriennummern der Geld-Scheine holen, ob es auch wirklich die selben sind!

    Ganz besonders interessant ist die Liste welcher Schein mittels welcher Lohanzahlung an wlechem Geldautomaten ausbezahlt wurde wowas bei Geld welches bei Drogenrazzein gefunden wird. Oder im Rotlichtbereich.

  • 03.11.2012, 21:56 Uhrbabsack69

    "Doch das Volk wird nicht ewig zugucken."
    Das kann man nur inständig hoffen!

  • 03.11.2012, 16:55 Uhrkognitiver

    Ja, für die Angehörigen des Neidprekariats ist also jemand in Arbeit und Brot zu bringen, ihn auszunutzen. Gottseidank herrscht hierzulande ja Vertragsfreiheit, niemand muss sich "ausnutzen" lassen, und man muss dabei dann nichtmal verhungern, wie andernorts.

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