Rückkauf von Anleihen
Der Ackermann-Plan für Griechenland

Der von Josef Ackermann geführte Bankenverband IIF schlägt Athen vor, einen Strich zu ziehen und Anleihen zu reduziertem Kurs zurückzukaufen. Ein Schuldenschnitt, der in der Eurozone auf Resonanz zu stoßen scheint.
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Griechenland hilft nach Ansicht des internationalen Bankenverbandes IIF nur noch ein Rückkauf von Teilen seines Milliarden-Staatsschuldenbergs. Der von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geführte IIF drängt die Länder der Euro-Zone und den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu einer schnellen Lösung des griechischen Schuldenproblems, um zu verhindern, dass die Finanzmärkte außer Kontrolle geraten und andere europäische Länder von der Krise erfasst werden - und legt dazu einen überraschend konkreten Plan vor.

Teil dieser Lösung müsse ein freiwilliges, von Griechenland selbst organisiertes Rückkaufangebot für die Staatsanleihen sein, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus einem IIF-Konzeptpapier. Man dürfe das Problem nicht nur vor sich herschieben, sondern müsse die milliardenschweren Verbindlichkeiten Griechenlands tatsächlich reduzieren. Weiter heißt es in dem IIF-Papier: „Der private Bankensektor steht bereit, seinen Teil dazu beizutragen.“ Griechenland könne dabei davon profitieren, dass die Papiere am Markt derzeit je nach Laufzeit mit Abschlägen von 10 bis 50 Prozent gehandelt würden, schreibt der IIF.

Was der IIF nicht betont ist, dass ein solcher Schritt Banken nicht treffen würde, die ihre Griechenland-Anleihen zum derzeitigen Wert im Handelsbuch bilanziert haben. Institute, die die Papiere zu Einstiegspreisen im Bankbuch halten, müssten bei einem Rückkauf dagegen Abschreibungen in Kauf nehmen.

Offenbar stehen die Banken inzwischen unter erheblichem Handlungsdruck, weil sie befürchten, dass Banken, Versicherer und andere Investoren schon in der nächsten Woche von den Wirtschaftsprüfern zu Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen gezwungen werden. Das zeichnet sich immer deutlicher ab.

Die Verhandlungen über eine private Gläubigerbeteiligung durch die Verlängerung von Laufzeiten der Bonds waren zuvor ins Stocken geraten. Die Ratingagentur S&P hatte angedeutet, dass sie ein solches Konstrukt als begrenzten Zahlungsausfall Griechenlands werten würde. Damit könnte die Europäische Zentralbank (EZB) griechische Staatspapiere nicht mehr als Sicherheit akzeptieren - was die Probleme griechischer Banken verschärfen würde.

Der Schuldenrückkauf dagegen würde nach Überzeugung des IIF kein solches Kreditereignis auslösen. Der Verband forderte die EZB auf, ihre Haltung zum Umgang mit griechischen Staatsanleihen klarzustellen. Tatsächlich ist vor allem die Frage offen, wer Griechenland den Schuldenrückkauf finanzieren soll - und hier käme neben der EZB nur der europäische Rettungsschirm EFSF in Frage.

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  • die Aussage:
    Was der IIF nicht betont ist, dass ein solcher Schritt Banken nicht treffen würde, die ihre Griechenland-Anleihen zum derzeitigen Wert im Handelsbuch bilanziert haben. Institute, die die Papiere zu Einstiegspreisen im Bankbuch halten, müssten bei einem Rückkauf dagegen Abschreibungen in Kauf nehmen.

    ist natürlich völliger Quatsch. Die Banken, die ihre Griechenland-Anleihen zum derzeitigen Wert bilanzieren hatten den Verlust bereits. Die Banken die noch zum vollen Wert bilanzieren haben bisher Bilanzfälschungen begangen und müssten belangt werden. Wenn die jetzt abschreiben, haben die am Ende keinen höheren Verlust als die Erstgenannten (nur später).

  • auch ein bankier muss lernen, dass man an der börse auch verlieren kann. wer beim rückkauf zu niedrigeren konditionen verliert investiert demnächst vllt doch lieber in telekom aktien, denn die sind relativ konstant

  • die hohen rüstungsausgaben die durch das wettrüsten mnit der türkei entstehen nicht vergessen

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