Rückkehr zur Drachme

Die Kostenrechnung des Euro-Austritts

Zahlungsunfähigkeit, Währungsabwertung, Schuldenausfall: So klingen die Konsequenzen der Rückkehr zur Drachme. Die indirekten Kosten einer Währungsumstellung sind indes völlig unberechenbar. Panik und Chaos drohen.
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Ein Markt im Zentrum Athens. Quelle: AFP

Ein Markt im Zentrum Athens.

(Foto: AFP)

Düsseldorf/Frankfurt/LondonMit der Rückkehr zur Drachme würden der griechische Staat und große Teile der Privatwirtschaft des Landes auf einen Schlag zahlungsunfähig - die neue griechische Währung würde drastisch abwerten, und Schulden in Euro könnten nicht mehr bedient werden.

Die Ratingagentur Fitch beziffert das Gesamtvolumen der griechischen Verbindlichkeiten gegenüber der Euro-Zone auf 375 Milliarden Euro. Mehr als 75 Prozent davon - 302 Milliarden - liegen bei den Notenbanken und Regierungen.

Der größte Einzelposten sind die Kredite an den griechischen Staat, die sich auf insgesamt 156,5 Milliarden Euro summieren. Bis 2014 würde sich diese Summe auf 240 Milliarden Euro erhöhen (siehe Grafik). Hinzu kommen 122 Milliarden Euro Verbindlichkeiten der griechischen Notenbank gegenüber der EZB im Rahmen des Target-2-Zahlungssystems und der Bargeldbereitstellung. Der dritte wichtige Einzelposten ist der Bestand an griechischen Staatsanleihen bei der EZB, dessen Anschaffungspreis bei rund 40 Milliarden Euro liegt. Die Zahlungsausfälle würden nach dem Kapitalschlüssel der einzelnen Notenbanken bei der EZB auf die Länder verteilt.

Auf Deutschland kämen durch den griechischen Ausstieg nach Einschätzung von Fitch Kosten von rund 87 Milliarden Euro zu, gefolgt von Frankreich (65 Milliarden) und Italien (57 Milliarden). Insgesamt erscheinen die direkten Belastungen verkraftbar. Die Last, die Deutschland zu tragen hätte, entspricht 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Völlig unklar sind allerdings die indirekten Kosten, die durch einen griechischen Euro-Austritt entstünden. Zahlreiche Volkswirte prophezeien totales Chaos an den Finanzmärkten - in den anderen Krisenländern werde Panik ausbrechen. "Italien und Spanien werden dann sofort zum nächsten großen Schlachtfeld", warnt Jens Sondergaard, Volkswirt bei der japanischen Investmentbank Nomura.

Szenarien „total übertrieben“
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9 Kommentare zu "Rückkehr zur Drachme: Die Kostenrechnung des Euro-Austritts"

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  • Klartext es ist eine Heuchelei was jetzt wieder über die Bühne geht für Volk ohne-gleichen !Madam Largard mit Ihrem Gaunerstück als Finanzministerin war doch gut oder !!! und alle haben es damals abgenickt !!! Eurobonds und die Verschuldung der 5 Besten-Kontoüberzieher werden es zum Super-Gau kommen ohne wenn und aber ! was soll das Märchen jetzt um Griechland Bis Heute wurde nur der Finanz-Sektor bedient !wär aufgepasst hat was Altkanzler H.S.gesagt hat in der Angelegenheit Euro und Nachbarn hätte sich gestern bei Jauch ganz ruhig in seinem Sessel zurück-lehnen-können! das ist der Nachschlag für die Einheit man muß es aber als Politiker nicht alles sagen was man vereinbart-hat Basta .

  • @Politikverdrossen

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie leichtfertig hier der Daumen über Griechenland gehoben oder gesenkt wird. Sie sollten sich lieber mehr Berichte über das derzeitige Leben in Griechenland anschauen anstatt nur die Populismus-Talkshows in ARD und ZDF, wo die Pseudoexperten mit Rechenschieber ausrechnen, welche Lösung sinnvoller ist.

    Aber wenn wir schon in der populistischen Schiene sind, hätte ich ein für Europa viel sinnvolleres Szenario für Sie:

    Da Deutschland mit Abstand die gesündeste Volkswirtschaft mit teilweise extremen Wettbewerbsvorteilen gegenüber anderen EU-Staaten hat, wieso tritt dann nicht Deutschland aus dem Euro aus und führt die D-Mark wieder ein?

    Dann könnte der Euro gegenüber dem ganzen Euroraum abwerten, alle momentanen Krisenstaaten in Südeuropa wären wieder wettbewerbsfähig und hätten wieder eine Perspektive.

    Aber halt, dann würden bei uns ja eventuell Hunderttausende ihren Job verlieren und unser Wohlstand wäre gefährdet...

    ...ach dann doch lieber Griechenland aus dem Euro schmeissen und Italien, Spanien und Co. weiter in die Rezession treiben, hauptsache wir können weiter Rekordgewinne scheffeln und müssen keine Transferzahlungen mehr leisten.

  • Eigenartig, daß der damalige Beitritt Griechenlands
    zur Eurozone kein Finanzchaos ausgelöst hat? Das wäre
    wesentlich begründeter gewesen als der voraussicht-
    lich hoffentlich baldige Austritt ohne weitere Ver-
    pflichtungen aus dem bestehenden Schneeballsystem!!
    Vermutlich werden sich auch aus diesem Anlaß des Aus-
    tritts die naiven EU-Bankrotteure zu weiteren Zuge-
    ständnisen aus Machterhaltungsüberlegungen breit
    schlagen lassen!!

  • Der Totalschaden in Griechenland ist bereits eingetreten. Griechenland ist überschuldet und zahlungsunfähig, die Kredite sind bereits jetzt größtenteils verloren, egal ob das Land im Euro verbleibt oder nicht.

    Bei Euro-Austritt geht es im Kern umd die Frage, wer den Schaden trägt (die aktuellen Gläubiger oder die EZB/der ESM) und ob die Beträge auf einen Schlag oder zeitlich gestreckt abgeschrieben werden. Wobei sich meist zeigt, dass ein verschleppter Konkurs deutlich teurer wird.

    Wie soll ein Land, das 30% zu teuer ist, wieder wettbewerbsfähig werden? Lohnsenkungen und 30% ?!?Wettbewerbsfähigkeit ist die Basis der wirtschaftlichen Gesundung, der Schuldenschnitt kommt nur hibzu. Griechenland braucht eine eigene Währung. Und die Eurozone verkraftet einen Austritt.

  • @ netshadow,
    dazu kommt dass die Rente mit 60 in Frankreich nur für Menschen in Frage käme die mit 18 zu arbeiten angefangen haben und nur wenn sie lange genug beitragspflichtig waren, nur sehr wenige Franzose also betroffen wären und meistens unqualifizierte Geringverdiener die ab 60 kaum eine Chance haben Arbeit zu finden.
    Den Deutschen scheint irgendwie das Gefühl der Verhältnismäßigkeit vollkommen verloren gegangen zu sein.

  • Mal ne naive Frage: was wurde mit den Krediten, die GR erhalten hat eigentlich bezahlt? Lediglich andere Kredite, Einkommen von Staatsbediensteten, Investitionen ...?

    Ernst gemeinte Frage.

  • Dem kann ich zustimmen.
    Hauptsache Sarrazins Buch kann verkauft werden, denn sonst hört man wohl nicht auf "Volkes Stimme". Schreckensszenarien mit Neiddiskussionen, welche man ursprünglich gegen Hartz4 Empfänger als Sau durchs Dorf getrieben hat, heute ist das die Rente mit 60 z. B. in Frankreich. Pauschale Fehlurteile, denn dort herrscht hohe Jugendarbeitslosigkeit, also kann es national betrachet durchaus richtig sein, alte "Säcke" früher in Rente zu schicken und die Jungen arbeiten zu lassen. Abgesehen vom Rentenniveau. Kaum einer kann von seiner Rente allein leben. Aber Hauptsache man hat "Argumente" gegen etwas. Dieser reaktionäre Journalismus geht mir auch teilweise gegen den Strich. Vor allem ist er einfach oberflächlich und widerkäuend.
    Aber dem stehen die anderen EU-Länder in nichts nach.
    Es wird Zeit das sich die Medien zu Europa bekennen, statt zum Boulevardjournalismus.

  • Hauptsache die Banken haben Milliarden dran verdient. Allein die Deutshen Unternehmen haben geschätzt über 100Mrd an Refinanzierungskosten gespart. Alle Risiken der Geschäfte trägt freundlicherweise - Dank Mutti - der Steuerzahler - dort sind Banken und Unternehmen dann wieder nicht so stark vertreten: man rechnet sich arm.

    Und für die Milliardengewinne lohnt es sich doch ein ganzes Volk vor die Hunde gehen zu lassen! Oder doch nicht?

  • Es wird viel über den Euro-Austritt Griechenland geschrieben und geredet. Soviel ich weiß wollen die Griechen aber nicht aus der Währungsunion austreten und auch dass man sie dazu nicht zwingen kann!
    Also was soll die ganze Hetze?
    Zuerst haben die deutsche Medien, wie auf Kommando, eine Verleumdungskampagne gegen Griechenland gestartet, was auch eine schnelle Lösung verhindert hat weil kein Politiker sich getraut hätte gegen die aufgehetzte Stimmung des deutschen Volkes zu handeln, jetzt versuchen die deutsche Media den Austritt Griechenlands als wahrscheinlich hinzustellen.
    Die deutsche Media die dem Großkapital, wegen der Werbeaufträge, vollkommen ergeben sind.
    Es ist wie verhext, das Unheil scheint wieder aus der gleichen Richtung kommen zu wollen: Deutschland

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