Rückschlag für China
Putin macht Japan neue Hoffnung auf russische Energielieferungen

Japan und Russland haben sich auf eine verstärkte Wirtschaftskooperation verständigt. Der russische Präsident Wladimir Putin vereinbarte bei einem Treffen mit Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi am Montag, nächstes Jahr die Basis für eine Zusammenarbeit in einem ambitionierten Pipeline-Projekt zu legen.

TOKIO. Damit soll Öl aus Sibirien zur Pazifikküste geleitet werden. „Wir planen eine Pipeline zur pazifischen Küste, die auch die asiatisch-pazifische Region und versorgen soll – Japan eingeschlossen“, sagte Putin vor Wirtschaftsvertretern in Tokio.

Um diese Pipeline bewirbt sich auch die chinesische Regierung, die mit Japan um den Bezug von Öl und Gas aus Russland konkurriert. Russland ist auf der Suche nach alternativen Routen auf den Weltmarkt und wirbt um ausländische Investitionen. Dagegen sind die wachsenden Volkswirtschaften in Asien dringend auf neue Energiequellen angewiesen. Noch vor wenigen Wochen hatten russische Regierungsvertreter bei Besuchen in Peking angedeutet, dass die Entscheidung gegen Japan und für China ausfallen wird.

Umso engagierter versucht Japan, in dem sibirischen Pipeline-Projekt zum Zuge zu kommen und bei dem Milliarden-Projekt den aufstrebenden Wirtschaftsrivalen China auszustechen. Dagegen setzt die Regierung in Peking auf eine andere Trassenführung der Pipeline, die den industrialisierten Norden der Volksrepublik mit Öl versorgen würde. Das auf mehr als 4 000 Kilometer angelegte Projekt soll rund 11,5 Mrd. Dollar kosten und jährlich 80 Mill. Tonnen Öl von Sibirien zum Pazifik leiten, wobei Japan in die Versorgung eingebunden werden könnte – aber nicht muss.

Bislang klar ist nur, dass die von dem russischen Monopolisten Transneft betriebene Leitung in einer ersten Etappe bis zur russischen Stadt Skoworodino führt. Die Stadt liegt nahe der chinesischen Grenze, aber weit entfernt von der Pazifikküste. Die Fertigstellung dieses Teilstücks bis Skoworodino ist für 2008 vorgesehen. Völlig offen ist jedoch noch, ob diese Strecke über China oder doch über Japan bis an die Küste verlängert wird. In einer gemeinsamen Erklärung vereinbarten Putin und Koizumi jetzt, im nächsten Jahr zum frühestmöglichen Zeitpunkt gegenseitiges Einvernehmen bei dem Projekt erzielen zu wollen.

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