Rückschlag für Sarkozy
Französischer Kabinettchef tritt ab

In einem zentralen Ministerium der neuen französischen Regierung gibt es eine erste Personalkrise: Nach nur sieben Wochen Amtszeit warf der Kabinettchef von Justizministerin Rachida Dati, Michel Dobkine, das Handtuch.

HB PARIS. Dobkine sagte der Zeitung „Le Monde“ (Sonntagausgabe), er sei „nicht die richtige Person für diesen Posten, der eine tausendprozentige Verfügbarkeit“ verlange. Dem Vernehmen nach kam er mit Datis angeblich autoritärer Art nicht zurecht. Die Personalkrise im Justizministerium gilt als erster politischer Rückschlag für Präsident Nicolas Sarkozy.

Die aus einer maghrebischen Großfamilie stammende Dati ist ein Star der neuen Regierung. Die Justizreform und der Umgang mit Delikten im Einwanderermilieu gehören zu den wichtigsten Regierungsprojekten. Dobkine und Dati galten für die Reform als Traumpaar.

Die Richterin Dati kennt das Einwanderermilieu und die französische Justiz aus eigener Anschauung und gilt als sehr durchsetzungsfähig. Dobkine (51) war einst der jüngste Staatsanwalt an der Spitze eines Berufungsgerichts. Er erarbeitete nach Justizskandalen für die Justizhochschule ENM eine Ausbildungsreform und brachte fünf Jahre Erfahrung im Justizministerium mit. Das Ministerium erklärte, Dobkine sei am Freitag aus persönlichen Gründen zurückgetreten.

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