Rücktritt angekündigt
Gouverneur von New Jersey erklärt sich für homosexuell

Der Gouverneur des US-Bundesstaates New Jersey, James McGreevey, hat sich in einem Aufsehen erregenden Schritt öffentlich zur Homosexualität bekannt. Er gestand ein Affäre ein und erklärte seinen Rücktritt.

HB TRENTON. „Meine Wahrheit ist, ich bin ein homosexueller Amerikaner“, sagte der Demokrat und verheiratete Vater von zwei Kindern am Donnerstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz in Trenton mit seiner Ehefrau an der Seite. Mit seinem Rücktritt zum 15. November habe er Schaden vom Gouverneursamt durch mögliche Gerüchte abwenden wollen.

Der 47-Jährige bezog sich nach Medienberichten damit möglicherweise auf die Absicht seines Exgeliebten, ihn wegen sexueller Belästigung zu verklagen und damit als Homosexuellen zu „enttarnen“. Der 33-jährige Mann - ein Poet - hatte vorübergehend auf einem hoch bezahlten Posten für den Gouverneur gearbeitet und war dann zurückgetreten, als aufflog, dass er in seinen Bewerbungsunterlagen falsche Angaben gemacht hatte. Den Berichten zufolge will der frühere Geliebte seine Klage in der kommenden Woche einreichen.

Wie es weiter hieß, musste McGreevey, der sein Amt 2002 angetreten hatte, ohnehin um seine Wiederwahl im kommenden Jahr bangen. Nach einem Korruptionsskandal um zwei Spender für seinen Wahlkampf war die Zustimmung zu seiner Amtsführung Umfragen zufolge bis auf 30 Prozent gesunken. Sein Rücktritt zum 15. November stellt nach den Gesetzen des Bundesstaates sicher, dass der bisherige Senatspräsident im Staat, Richard Codey, - ebenfalls ein Demokrat - nach vollzogenem Rücktritt McGreeveys bis zur Wahl das Gouverneursamt bekleiden kann. Wäre McGreevey früher ausgeschieden, hätten vorgezogene Neuwahlen stattfinden müssen.

Auf der Pressekonferenz bezeichnete dieser die Affäre als „töricht“. Er habe damit Ehebruch begangen, und dafür bitte er seine Frau um Vergebung.

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