Rücktritt
Chinas Umweltminister geht wegen Benzol-Skandal

Die Umweltkatastrophe im Nordosten Chinas hat zur ersten personellen Konsequenz auf höchster Ebene geführt: Umweltminister Xie Zhenhua nahm am Freitag seinen Hut und wurde von einem früheren Direktor der staatlichen Forstverwaltung ersetzt.

HB PEKING. Im staatlichen Fernsehen hieß es, die oberste Umweltschutzbehörde habe der sich anbahnenden Katastrophe nicht genügend Beachtung geschenkt und sei deshalb für die daraus entstandenen Verluste verantwortlich.

Vize-Umweltminister Wang Yuqing beschuldigte derweil die Provinzregierung von Jilin, den dortigen Chemieunfall am 13. November zunächst vertuscht zu haben. Das Umweltministerium in Peking sei erst am 17. November in Kenntnis gesetzt worden. In diesen vier Tagen seien „die besten Chancen“ zur Eindämmung der Katastrophe vertan worden, sagte Wang. Der stellvertretende Chef der Kommunistischen Partei in Jilin hat sich immerhin öffentlich für den Vorfall entschuldigt, was als ungewöhnlicher Schritt gewertet wurde.

Die Giftwelle auf dem Fluss Songhua, aus dem auch Trinkwasser bezogen wird, hatte am Donnerstag die Stadt Dalianhe erreicht. Der Benzolteppich hat sich inzwischen stark gestreckt, so dass zwar die Giftkonzentration abgenommen hat, das Vorüberfließen an einer Stadt aber auch entsprechend länger dauert. Es wird damit gerechnet, dass das Benzol in knapp zehn Tagen die Grenze zu Russland erreichen dürfte, wo der Songhua in den Heilong fließt, der auf Russisch Amur heißt. In der Grenzstadt Chabarowsk bereiteten sich die russischen Behörden weiter auf den Katastrophenfall vor.

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