Rücktritt des Chefunterhändlers
Iran dürfte noch härter agieren

Der Rücktritt des iranischen Chefunterhändlers im Atomstreit mit dem Westen, Ali Laridschani, gilt als politischer Sieg des radikalen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Hoffnung auf einen Kurswechsel besteht nun nicht mehr.

BERLIN / KAIRO. Zwar hatte der Konservative Laridschani unnachgiebig das Recht Irans auf den Aufbau einer Atomindustrie verteidigt, doch hatte er sich für eine pragmatischere Verhandlungsführung eingesetzt. Dies hatte immer wieder zu Streit mit Ahmadinedschad geführt, der mit seinen provokativen und populistischen Äußerungen für Wirbel sorgt.

Nun scheint sich der Oberste Religionsführer Ali Khamenei auf die Seite Ahmadinedschads geschlagen zu haben – zu Ungunsten seines früheren Protegés Larijani. Es wird vermutet, dass sich unter seinem Nachfolger Said Dschalili, dem wenig bekannten Vize-Außenminister und Vertrauten Ahmadinedschads, der Ton mit dem Westen weiter verschärft wird.

Dschalili, der in den letzten Monaten bereits in Berlin und anderen europäischen Hauptstädten parallel zu Laridschani Irans Atomkurs vertreten hatte, gilt bei westlichen Diplomaten als Hardliner. Zwar tritt der 42-Jährige stets sehr freundlich und verbindlich auf, doch mit seiner leisen Stimme betreibt der Grauhaarige „eher Monolog denn Dialog“, heißt es bei bisherigen Gesprächspartnern.

Ein Regierungssprecher in Teheran betonte dagegen, Iran wolle seinen Atomkurs nicht ändern. Der Westen wirft dem Iran vor, heimlich Atomwaffen zu bauen und verlangt von Teheran die Einstellung der Urananreicherung. Iran versichert hingegen, sein Nuklearprogramm diene ausschließlich der zivilen Nutzung. An dem Treffen morgen in Rom sollen nach Angaben des iranischen Außenamtssprechers nun beide, Laridschani und Dschalili, teilnehmen.

Laridschani, der nach Angaben aus EU-Kreisen ein „hervorragendes Arbeitsverhältnis zu Solana hat“, habe an eine diplomatische Lösung des Konflikts geglaubt, sagte der reformorientierte iranische Abgeordnete Ismail Gerami Moghaddam. „Laridschanis Gespräche mit Solana waren vielversprechend und hätten zu einer politischen Lösung führen können, aber Ahmadinedschad und seine Leute suchen das Abenteuer und wollen nicht, dass die Gespräche zum Erfolg führen“, so Moghaddam.

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