Rücktritt
Kuwaits erste Ministerin gibt auf

Maasuma al Mubarak hat Geschichte geschrieben. Sie war das erste weibliche Kabinettsmitglied in Kuwait. Am Wochenende reichte die 56jährige Politikprofessorin ihren Rücktritt ein. Formell reagierte al Mubarak auf ein Feuer in einem Krankenhaus, bei dem zwei Patienten starben. Doch in ihrem Rücktrittsschreiben gibt die liberale Schiitin ganz andere Gründe an.

KAIRO. Gegen den erbitterten Widerstand konservativer sunnitischer Kreise war die liberale Schiitin 2005 vom Premier aus dem Haus der Herrscherfamilie der al Sabah als erste Ministerin ernannt worden. Zunächst als Planungsministerin, später für Transport und zuletzt für Gesundheit zuständig.

Formell reagierte al Mubarak auf ein Feuer in einem Krankenhaus, bei dem zwei Patienten starben. Doch in ihrem Rücktrittsschreiben an den Premier gab sie auch die andauernden Angriffe von Parlamentsmitgliedern auf ihre Person – „aus Gründen, die Ihnen wohl bekannt sind“ – an. Al Mubarak war sunnitischen Politikern seit ihrer Ernennung ein Dorn im Auge. Bei ihrer Vereidigung hatten sich ihre Gegner und Unterstützer heftige Wortgefechte geliefert. Islamistische Abgeordnete hatten formal argumentiert, die Frau dürfe nicht Ministerin und damit automatisch Mitglied des Parlaments werden, weil sie nicht „wählbar“ sei. Das Parlament hatte gegen den erbitterten Widerstand konservativer Abgeordneter erst kurz zuvor Frauen das aktive und passive Wahlrecht zugebilligt – zu spät für die jährliche Registrierungsperiode für Wähler.

Premier Scheich Sabah al Jaber al Sabah hatte den Abgeordneten entgegen gehalten, auch er wie andere Mitglieder der Herrscherfamilie seien nicht auf Wählerlisten eingetragen. „Wenn dies ungesetzlich ist, müssen wir alle die Regierung verlassen.“ Die engagierte Frauenrechtlerin al Mubarak, die ein Kopftuch trägt, hatte ihre Vereidigung als einen „großen Tag für alle kuwaitischen Frauen“ bezeichnet. Gleichzeitig repräsentierte sie auch die 30 Prozent schiitische Bevölkerung des erdölreichen Golfstaates. Die Politikwissenschaftlerin, die seit 1982 an der Universität Kuwait lehrt, hatte in den USA promoviert. In der Tageszeitung „Al Anbar“ hat sie eine eigene Kolumne. Gleichzeitig mit ihrer Ernennung zur Ministerin wurde al Mubarak die erste weibliche Abgeordnete. Bei der ersten Parlamentswahl 2006, bei der Kandidatinnen zugelassen wurden, konnte keine einzige Frau ein Mandat erringen.

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