Rücktritt von IWF-Spitze
Strauss-Kahn zieht die Konsequenzen

Dominique Strauss-Kahn tritt als IWF-Chef zurück. Er sei "unendlich traurig", heißt es in einem Brief an den Währungsfonds. In Deutschland wurde bereits ein Nachfolger ins Spiel gebracht.
  • 6

Paris/New YorkIWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat die Konsequenzen aus der New Yorker Sex-Affäre gezogen und ist zurückgetreten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) verbreitete eine entsprechende persönliche Erklärung von Strauss-Kahn in Washington. Darin bestreitet er weiter entschieden alle Vorwürfe gegen ihn.

Der 62-Jährige sitzt seit Montag in Untersuchungshaft auf der Gefängnisinsel Rikers Island im New Yorker East River. Strauss-Kahn soll am Samstag in einem New Yorker Hotel versucht haben, ein Zimmermädchen zum Sex zu zwingen.

Wie der IWF in der Erklärung vom Mittwoch (Ortszeit) weiter mitteilte, erklärte Strauss-Kahn seinen Rücktritt in einem Brief an den Fonds. Er sei "unendlich traurig", das Amt aufgeben zu müssen, hieß es in dem Schreiben.

"Ich möchte diese Institution schützen, der ich mit Ehre und Hingabe gedient habe, und vor allem - vor allem - möchte ich all meine Kraft, all meine Zeit und alle meine Energie darauf verwenden, meine Unschuld zu beweisen", versicherte er in seiner Rücktritterklärung. "Ich denke in diesem Moment zuerst an meine Frau, die ich mehr als alles andere liebe, an meine Kinder, meine Familie, meine Freunde", schrieb Strauss-Kahn weiter.

Offensichtlich sah sich Strauss-Kahn zum Rücktritt gezwungen, nachdem die USA als wichtigstes IWF-Geberland offen eine Übergangsregelung an der Spitze der mächtigen Finanzorganisation gefordert hatten. Strauss-Kahn sei "offensichtlich nicht in der Lage" den Währungsfonds zu lenken, sagte US-Finanzminister Timothy Geithner.

Der IWF ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der Währungsfonds eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Europäern schnürte der IWF Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal.

Seite 1:

Strauss-Kahn zieht die Konsequenzen

Seite 2:

Kommentare zu " Rücktritt von IWF-Spitze: Strauss-Kahn zieht die Konsequenzen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Exakt meine Meinung und Vorahnung. Für die, die die wesentlichen Geschicke der Welt lenken, wer immer das auch ist, ist diese DSK-Geschichte eine der kleineren Lenkungen und daher ein Leichtes. Da war die World-Trade-Geschichte schon eine kapitalere Geschichte und wem sowas gelingt, dem ist alles zuzutrauen. Keiner der aufmuckt hat eine Chance. Siehe A.H., Saddam und viele mehr. Man kann sagen der/die Teufel sind am Werk. Obwohl es uns allen ja so gut wie nie geht, sagt man.

  • Ach so, Strauss-Kahn zieht die Konsequenzen?! Interessant.
    Warum steht hier nicht, dass er unter Erpressung und Androhung seinen eigenen Arch retten möchte?

    Es gibt leider immer noch sehr viele Menschen, die jeden Medienbericht und jedes Wort aus dem Fernsehen und jede Zeile aus der Zeitung für bare Münze nehmen. Wer so blauäugig durch die Welt geht und immer denkt, alles ist so "wie es scheint", dem kann leider nicht geholfen werden.

    Das kann man doch meilenweit gegen den Wind riechen, dass alles von A bis Z genau durchgeplant und organisiert wurde und man sehr gut Regie geführt hat. An alles wurde gedacht. Und die enorme ultraschnelle "Abwicklung" dieses ganzen Vorfalls ist nicht nur beachtlich sondern fast schon beunruhigend perfekt.
    Ich bin weiss Gott kein Fan oder Verfechter von Strauss-Kahn, aber es sollte wohl allen klar denkenden Menschen einleuchten, dass Strauss-Kahn hier nicht edelmütig freiwillig seinen Hut genommen hat. Er wurde dazu regelrecht erpresst und genötigt, von sich aus den Stuhl abzugeben. Das war das Hauptziel, zusammen mit einer Imagebeschädigung, damit er auch gar nicht auf die Idee kommt, gegen Sarkozy zu kandidieren. Jetzt wo die Dinge geklärt sind, sollte es auch keinen wundern, wenn der restliche Verlauf der Anschuldigungen und Anklagen relativ "milde" fortgeführt wird und sich gar rausstellt, dass die Dinge doch nicht so genau waren, wie ursprünglich vom Zimmermädchen geschildert.
    Strauss-Kahn ist einen Deal eingegangen. Freiwilliger Rücktritt gegen milde weitere Vorgehensweise...

    Es gibt mehrere Möglichkeiten jemanden aus dem Verkehr zu ziehen. Eine davon, die beliebte westlich/jüdische Variante ist sich der Medien und gewissen Sexpraktiken (Mossad lässt grüßen) zu bedienen. In anderen Regionen dieser Welt verschwinden die Leute oder begehen plötzlich "Selbstmord"

  • Stimmt. Bei uns ist es nicht viel anders (Kachelmann). Man muß nur einer bestimmten Gruppe angehören und schon ist es aus.
    Als Bush jun. in Heiligendamm die Merkel von hinten packte, hätte man den auch gleich nach Bautzen schaffen sollen.
    Aber was lernen wir daraus? Macht hat Recht!
    Und noch etwas: Kommt eine Frau, sofort die Richtung wechseln!
    http://www.bps-niedenstein.de/

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%