Rücktritt von IWF-Spitze

Strauss-Kahn zieht die Konsequenzen

Dominique Strauss-Kahn tritt als IWF-Chef zurück. Er sei "unendlich traurig", heißt es in einem Brief an den Währungsfonds. In Deutschland wurde bereits ein Nachfolger ins Spiel gebracht.
Update: 19.05.2011 - 09:01 Uhr 6 Kommentare

Strauss-Kahn tritt zurück

Paris/New YorkIWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat die Konsequenzen aus der New Yorker Sex-Affäre gezogen und ist zurückgetreten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) verbreitete eine entsprechende persönliche Erklärung von Strauss-Kahn in Washington. Darin bestreitet er weiter entschieden alle Vorwürfe gegen ihn.

Der 62-Jährige sitzt seit Montag in Untersuchungshaft auf der Gefängnisinsel Rikers Island im New Yorker East River. Strauss-Kahn soll am Samstag in einem New Yorker Hotel versucht haben, ein Zimmermädchen zum Sex zu zwingen.

Wie der IWF in der Erklärung vom Mittwoch (Ortszeit) weiter mitteilte, erklärte Strauss-Kahn seinen Rücktritt in einem Brief an den Fonds. Er sei "unendlich traurig", das Amt aufgeben zu müssen, hieß es in dem Schreiben.

"Ich möchte diese Institution schützen, der ich mit Ehre und Hingabe gedient habe, und vor allem - vor allem - möchte ich all meine Kraft, all meine Zeit und alle meine Energie darauf verwenden, meine Unschuld zu beweisen", versicherte er in seiner Rücktritterklärung. "Ich denke in diesem Moment zuerst an meine Frau, die ich mehr als alles andere liebe, an meine Kinder, meine Familie, meine Freunde", schrieb Strauss-Kahn weiter.

Offensichtlich sah sich Strauss-Kahn zum Rücktritt gezwungen, nachdem die USA als wichtigstes IWF-Geberland offen eine Übergangsregelung an der Spitze der mächtigen Finanzorganisation gefordert hatten. Strauss-Kahn sei "offensichtlich nicht in der Lage" den Währungsfonds zu lenken, sagte US-Finanzminister Timothy Geithner.

Der IWF ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der Währungsfonds eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Europäern schnürte der IWF Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal.

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6 Kommentare zu "Rücktritt von IWF-Spitze: Strauss-Kahn zieht die Konsequenzen"

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  • Exakt meine Meinung und Vorahnung. Für die, die die wesentlichen Geschicke der Welt lenken, wer immer das auch ist, ist diese DSK-Geschichte eine der kleineren Lenkungen und daher ein Leichtes. Da war die World-Trade-Geschichte schon eine kapitalere Geschichte und wem sowas gelingt, dem ist alles zuzutrauen. Keiner der aufmuckt hat eine Chance. Siehe A.H., Saddam und viele mehr. Man kann sagen der/die Teufel sind am Werk. Obwohl es uns allen ja so gut wie nie geht, sagt man.

  • Ach so, Strauss-Kahn zieht die Konsequenzen?! Interessant.
    Warum steht hier nicht, dass er unter Erpressung und Androhung seinen eigenen Arch retten möchte?

    Es gibt leider immer noch sehr viele Menschen, die jeden Medienbericht und jedes Wort aus dem Fernsehen und jede Zeile aus der Zeitung für bare Münze nehmen. Wer so blauäugig durch die Welt geht und immer denkt, alles ist so "wie es scheint", dem kann leider nicht geholfen werden.

    Das kann man doch meilenweit gegen den Wind riechen, dass alles von A bis Z genau durchgeplant und organisiert wurde und man sehr gut Regie geführt hat. An alles wurde gedacht. Und die enorme ultraschnelle "Abwicklung" dieses ganzen Vorfalls ist nicht nur beachtlich sondern fast schon beunruhigend perfekt.
    Ich bin weiss Gott kein Fan oder Verfechter von Strauss-Kahn, aber es sollte wohl allen klar denkenden Menschen einleuchten, dass Strauss-Kahn hier nicht edelmütig freiwillig seinen Hut genommen hat. Er wurde dazu regelrecht erpresst und genötigt, von sich aus den Stuhl abzugeben. Das war das Hauptziel, zusammen mit einer Imagebeschädigung, damit er auch gar nicht auf die Idee kommt, gegen Sarkozy zu kandidieren. Jetzt wo die Dinge geklärt sind, sollte es auch keinen wundern, wenn der restliche Verlauf der Anschuldigungen und Anklagen relativ "milde" fortgeführt wird und sich gar rausstellt, dass die Dinge doch nicht so genau waren, wie ursprünglich vom Zimmermädchen geschildert.
    Strauss-Kahn ist einen Deal eingegangen. Freiwilliger Rücktritt gegen milde weitere Vorgehensweise...

    Es gibt mehrere Möglichkeiten jemanden aus dem Verkehr zu ziehen. Eine davon, die beliebte westlich/jüdische Variante ist sich der Medien und gewissen Sexpraktiken (Mossad lässt grüßen) zu bedienen. In anderen Regionen dieser Welt verschwinden die Leute oder begehen plötzlich "Selbstmord"

  • Stimmt. Bei uns ist es nicht viel anders (Kachelmann). Man muß nur einer bestimmten Gruppe angehören und schon ist es aus.
    Als Bush jun. in Heiligendamm die Merkel von hinten packte, hätte man den auch gleich nach Bautzen schaffen sollen.
    Aber was lernen wir daraus? Macht hat Recht!
    Und noch etwas: Kommt eine Frau, sofort die Richtung wechseln!
    http://www.bps-niedenstein.de/

  • Teil 2 von 2

    Zuvor hatte die Polizei erklärt, das Zimmermädchen habe die Suite Strauss-Kahns gegen 13.00 Uhr betreten, ohne zu wissen, dass sich dort jemand aufhalte. Anschließend habe der IWF-Chef die Frau attackiert. Das Zimmermädchen erstattete Anzeige und in Rekordzeit erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen versuchter Vergewaltigung, sexueller Belästigung und Freiheitsberaubung.

    Die französische Tageszeitung Le Monde berichtet hingegen, der 62-Jährige habe seine Hotelrechnung um 12.28 Uhr bezahlt und sich anschließend mit seiner Tochter zum Essen getroffen. Nach dem Essen sei Strauss-Kahn mit seiner Tochter direkt zum Flughafen gefahren. Um 15.40 Uhr habe er für den Flug nach Paris eingecheckt, der eine Stunde später starten sollte. Das Ticket habe er lange im Voraus gebucht.

    In Anbetracht dieser Aussagen hat die New Yorker Polizei die Tatzeit jetzt nach vorne Verlegt. Statt um 13 Uhr soll das Vergehen nun um 12 Uhr begangen worden sein.

    Selbst das NYPD hat mittlerweile zugeben müssen, dass Strauss-Kahn am Samstag um 12.28 Uhr aus dem Sofitel auscheckte. Zuvor hieß es noch, dass DSK um 13 Uhr nackt im Zimmer stand.

  • Teil 1 von 1

    Dominique Strauss-Kahn bleibt im Knast wegen Fluchtgefahr und wird auch nicht gegen Kaution freikommen. Die Haftstrafe für sein angebliches Vergehen liegt zwischen 5 und 25 Jahren. DSK will jetzt ein Alibi vorlegen: er hatte zum Tatzeitpunkt schon ausgecheckt. - New Yorker Polizei hat deshalb die Tatzeit "nach vorne verlegt".

    Die Affäre um DSK wird immer abstruser. Weil sich herausstellte, dass DSK zur fraglichen Zeit gar nicht im Hotel war, wurde die Tatzeit "nach vorne verlegt". Jetzt soll er das Vergehen angeblich um 12 Uhr begangen haben. Weiterhin wurde bekannt, dass DSK vom Airport aus das Hotel angerufen habe, um nach seinem verlorenen Telefon zu fragen. Nur dadurch wussten die Behörden, dass er im Flugzeug sitzt und konnten ihn so kurze Zeit später festnehmen. (Quelle WSJ)

    Die Richter in New York wollen DSK auch nicht auf Kaution freilassen. Es bestünde Fluchtgefahr und die Möglichkeit, dass sich DSK nicht dem Verfahren stellt, begründete das Gericht sein hartes Vorgehen. Für seine Tat droht dem IWF-Chef eine Haftstrafe zwischen 5-25 Jahren, hieß es aus New York. Unterdessen bleibt DSK weiterhin bei seiner Aussage: unschuldig. Seine Unschuld möchte er anhand eines sauberen Alibis beweisen.

  • Die Gefängnis-Insel Rikers bei New York ist so berühmt und berüchtigt wie das frühere Alcatraz:
    Hierhin kommen nur Schwerstkriminelle.
    Seit heute hat die Gefängnisinsel einen neuen „Gast“: Dominique Strauss-Kahn

    So etwas wie eine „Unschuldsvermutung“ scheint es in den USA nicht zu geben.

    Ohne jedes Gerichtsurteil muss DSK nun auf der Insel schmachten, Zusammen mit Massenmördern und Drogendealern.

    Wie auch immer man zu DSK steht – und sicherlich gibt es genug an der Person zu kritisieren – das Vorgehen der US-Behörden ist ein Affront, ein Skandal gegen Europa, auch und gerade in Sachen Rechtsstaatlichkeit.

    Die Art und Weise, wie die Behörden und Medien mit dem – immer noch offiziell unschuldigen – DSK umgehen,
    erinnert an finstere Bananenrepubliken.
    Zu deren Gebräuchen zählt die theatralische Vorverurteilung, das an den öffentlichen Pranger stellen und die Zurschaustellung des (prominenten) Verdächtigen
    in Handschellen beim sogenannten „perp walk“ vor einer Heerschar von Reportern. Der filmreife,
    entwürdigende Abtransport auf eine berüchtigte Insel ohne jeden Beweis für seine Tat müsste eigentlich auch in den USA für Empörung sorgen – tut es aber nicht.

    Wie würde wohl Amerika reagieren, wenn gleiches auf europäischen Boden mit einem US-Würdenträger passiert wäre?
    Was hat DSK wohl falsch gemacht, dass seine einstigen Freunde ihn nun mit solcher Schmach überziehen?
    Sollten sich die Anschuldigungen dennoch bewahrheiten,
    drohen bis zu 25 Jahre Haft, prahlt ein US-Staatsanwalt bereits in heller Vorfreude.
    Die Darstellungen des Opfers seien „überwältigend“.
    Die des vermeintlichen Täters zählen vor Gericht bis jetzt nicht.
    Und wenn ein Alibi vorgetragen wird, werden die Tatzeiten so angepasst, dass sie „stimmen“.

    Fazit: Kurz vor dem Kollaps entwickeln sich die USA zu einer Willkür-Diktatur.
    Der Untergang des Rechtstaates – sollte es ihn je gegeben haben – wird an keinem Fall deutlicher als an diesem Skandal.

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