Rücktritte in Trumps Führungsteam Das Weiße Haus befindet sich im Krisenmodus

Gewaltvorwürfe und Intrigen: Rücktritte im Weißen Haus belasten Donald Trump – und das kurz vor der Präsentation seines Infrastrukturpakets.
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Chaos im Weißen Haus. Quelle: AFP
US-Präsident Donald Trump

Chaos im Weißen Haus.

(Foto: AFP)

WashingtonEs ist wieder die Zeit für Foto-Spott. Immer, wenn das Weiße Haus einen Mitarbeiter verliert, fluten Bilder das Internet, auf denen Donald Trumps Top-Leute einst stolz in die Kamera lächelten – und die inzwischen ihren Job los sind.

„Nur die Besten“ werde er mitbringen, hatte Trump im Wahlkampf versprochen. Doch von den „Besten“ blieben viele nur ein paar Wochen oder Monate im Amt.

Jetzt wird das Weiße Haus wieder von einem Skandal erschüttert, der seit Tagen an Trump klebt. Es geht um Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen einen führenden Mitarbeiter. Rob Porter, rechte Hand von Stabschef John Kelly, räumte am Freitag seinen Schreibtisch.

Zehn ehemals hochkarätige West-Wing-Mitarbeiter haben die Machtzentrale während Trumps Präsidentschaft bereits verlassen, wurden gefeuert oder sind zurückgetreten. Darunter sind der frühere Chefstratege Steve Bannon, der Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn und der einstige Stabschef Reince Priebus. Rochaden im Rest des Regierungsapparats sind da noch nicht mitgezählt: Im Mai 2017 entließ Trump etwa den damaligen FBI-Chef James Comey.

Den Präsidenten scheinen die Misshandlungsvorwürfe in den eigenen Reihen wenig zu schockieren. Auf Twitter sprach Trump am Samstag von „bloßen Anschuldigungen“. „Es gibt keinen Ausweg für jemanden, der fälschlich beschuldigt wird. Leben und Karriere sind vorbei“, so Trump. Die mutmaßlichen Opfer erwähnte er kein einziges Mal, sondern lobte Porter für dessen Arbeit.

Ebenfalls am Freitag legte auch Rachel Brand, Spitzenbeamtin im Justizministerium, ihren Posten nieder. Brand wechselt laut Aussagen aus ihrem Umfeld nach nur neun Monaten im Amt in die Privatwirtschaft, weil ihr Trumps Angriffe auf das Ministerium und die Bundespolizei FBI zunehmend missfallen haben sollen.

Bei Rob Porter sieht die Lage ganz anders aus. Zwei Ex-Frauen werfen ihm vor, sie misshandelt und geschlagen zu haben. Teile des Teams um Porter wussten offenbar seit längerer Zeit Bescheid, ohne das es Konsequenzen gab. Porter selbst weist sämtliche Vorwürfe zurück, spricht von einer „Schmierkampagne“.

Wegen des verkorksten Krisenmanagements um die Personalie stehen gleich zwei von Trumps engsten Vertrauten – Kelly und die Kommunikationschefin Hope Hicks – im Feuer. Denn das Weiße Haus sprach Porter über Tage die Unterstützung aus und lobte ihn in öffentlichen Statements. Offenbar steckte dahinter keine durchdachte Strategie: Denn dass der Druck steigen würde, war lange absehbar.

Beide Ex-Frauen von Porter erzählten dem FBI bereits vor einem Jahr von ihren mutmaßlichen Erfahrungen. Es gab einen Polizeibericht und eine einstweilige Verfügung. Es kursieren Fotos, auf denen die Frauen mit blau geprügelter Augenpartie zu sehen sind. Die Ermittlungen waren der Hauptgrund, warum Porter nie die vollständige Sicherheitsfreigabe für das Weiße Haus bekam. Einen Spitzenjob ergatterte er trotzdem.

Eine Enthüllungsgeschichte der „Washington Post” brachte den Skandal ins Rollen. Wieder einmal steht Trumps Spitzenteam blamiert und getrieben da. Dabei sollte Stabschef Kelly, ein pensionierter General, eigentlich Ruhe in Trumps Laden bringen.

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