Rücktrittsforderungen
Bush stellt sich hinter Rumsfeld

US-Präsident George W. Bush hat sich im Hinblick auf die Rücktrittsforderungen aus den Reihen des Militärs hinter seinen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gestellt.

HB WASHINGTON. Rumsfeld habe seine volle Unterstützung und genieße seine tiefste Wertschätzung, erklärte Bush am Freitag. Die entschlossene und konstante Arbeit des Verteidigungsministers sei genau das, was die USA derzeit bräuchten, hieß es in der Stellungnahme weiter.

Rumsfeld selbst spielte die Rücktrittsforderungen in einem am Freitag ausgestrahlten Fernsehinterview herunter: „Wenn wir jedes Mal den Verteidigungsminister wechselten, wenn ihm zwei oder drei von Tausenden und Abertausenden von Admirälen und Generälen nicht zustimmen, wäre das Ministerium ein Karussell“, sagte Rumsfeld dem Sender Al-Arabija. Er habe Bush während des Skandals um die Misshandlungen im Gefängnis Abu Ghraib zwei Mal seinen Rücktritt angeboten, dieser habe ihn jedoch nicht akzeptiert, fügte der Minister hinzu.

Mehrere pensionierte Generäle der US-Armee, darunter Kommandeure aus dem Irak-Einsatz, haben Rumsfeld Arroganz vorgeworfen sowie Ignoranz gegenüber den Einschätzungen seiner im Feld eingesetzten Führungskräfte. Insgesamt forderten sechs ehemalige Generäle den Rücktritt des Verteidigungsministers.

Es ist höchst ungewöhnlich, dass der Präsident ein Regierungsmitglied in einer eigens veröffentlichten Erklärung verteidigt. Auf die Frage, warum Bush die Notwendigkeit dazu empfunden habe, antwortete der scheidende Stabschef des Präsidialamtes, Andrew Card, an seinem letzten Amtstag: „Der Verteidigungsminister wurde in Frage gestellt. Er erfüllt seine Aufgaben großartig und der Präsident sagte eben dies.“

Meinungsumfragen zufolge nehmen die Zweifel der US-Bürger an der Irak-Politik ihres Präsidenten seit Monaten zu. Vor diesem Hintergrund gingen zuletzt immer mehr Ex-Generäle mit ihrer Kritik an Rumsfeld an die Öffentlichkeit.

Der Verteidigungsminister müsse für eine ganze Serie von groben Fehlern zur Rechenschaft gezogen werden, sagte beispielsweise der pensionierte Marine-General Anthony Zinni vor wenigen Tagen dem Nachrichtensender CNN. Die Fehler hätten damit begonnen, dass Rumsfeld „zehn Jahre des Planens einfach weggeworfen hat.

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