Rückzug aus Bint Dschbeil
Israel gegen „humanitäre Waffenpause“

Israel hat die Forderung des UN- Nothilfekoordinators Jan Egeland nach einer dreitägigen „humanitären Waffenpause“ im Libanon-Konflikt zurückgewiesen. Für die Versorgung der Zivilisten seien bereits Korridore eingerichtet worden, sagte der israelische Regierungssprecher Gideon Meir am Samstag.

HB TEL AVIV/BEIRUT. „Humanitäre Hilfe erreicht die Menschen bereits über die Vereinten Nationen“, erklärte er. Die Hisbollah-Miliz werde aber eine Kampfpause nutzen, um ihre Vorräte an Waffen und Munition zu erneuern. Unterdessen gab es Stunden vor der Ankunft der amerikanischen Außenministerin Condoleezza Rice im Nahen Osten neue Raketenangriffe und Gefechte um die südlibanesische Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil.

Die Armee begann am Samstag einen Rückzug aus Bint Dschbeil. Der Einsatz sei jedoch nicht beendet, betonte ein Militärvertreter in Tel Aviv. Bei den Kämpfen hatte die israelische Armee die bisher höchsten Verluste erlitten. Israelische Regierungspolitiker hatten danach gefordert, die Luftwaffe solle Hisbollah-Dörfer zunächst sturmreif schießen, bevor Bodentruppen zum Einsatz kommen. Rice wollte zunächst nach Beirut fliegen, dann weiter nach Israel, um über eine Entschärfung des Konflikts im Nahen Osten zu sprechen. Rice werde mit Vertretern in Israel und dem Libanon beraten, wie ein nachhaltiger Frieden erreicht werden könne, hatte US-Präsident George W. Bush erklärt.

Die israelische Luftwaffe flog am Samstag neue Angriffe auf die südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut. Insgesamt seien seit mehr als 70 Angriffe auf Ziele im Libanon geflogen worden, teilte die Armee am Mittag mit. Ein Armeesprecher sagte, dabei seien 37 Gebäude und Einrichtungen der radikal-islamischen Hisbollah attackiert worden. Sieben israelische Soldaten wurden am Samstag verletzt. Nach israelischen Berichten wurden mehr als 20 Hisbollah- Kämpfer getötet. Die Miliz feuerte am Samstag mindestens 16 Raketen auf israelisches Territorium.

Die humanitäre Kampfpause sei dringend notwendig, um Verwundete, Kinder und alte Menschen aus den umkämpften Gebieten zu holen, hatte Egeland am Freitag vor dem Weltsicherheitsrat in New York erklärt. Darüber hinaus müssten Krankenhäuser mit neuen Medikamenten und anderen Vorräten ausgestattet werden. Bislang seien schätzungsweise mehr als 600 Menschen im Libanon ums Leben gekommen, rund ein Drittel von ihnen Kinder.

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