Rückzug von 93 Prozent besetztem Land
Israel legt neuen Friedensplan vor

Acht Monate nach Beginn der Friedensverhandlungen hat Israel nach einem Zeitungsbericht den Palästinensern erstmals einen konkreten Vorschlag für die Lösung ihres Konfliktes unterbreitet. Doch die Palästinenser reagieren reserviert.

HB TEL AVIV. Wie die Tageszeitung "Haaretz" weiter berichtete, will sich Israel aus 93 Prozent des besetzten Westjordanlandes zurückziehen. Weitere 5,5 Prozent will Israel gegen eigenes Land tauschen, das an den Gazastreifen angrenzt.

Der Vorschlag geht über das Angebot der vor mehr als sieben Jahren ohne Ergebnis abgebrochenen Friedensverhandlungen hinaus. Damals sind den Palästinensern nach Angaben des ehemaligen israelischen Außenministers Schlomo Ben-Ami insgesamt 97 Prozent Land angeboten worden.

Eine Mehrheit der Israelis lehnt nach Meinungsumfragen eine Teilung der Stadt ab. Dagegen wollen die Palästinenser in dem 1967 von Israel besetzten Ostjerusalem die Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaates errichten.

Nach den Worten des israelischen Regierungssprechers Mark Regev haben beide Seiten bedeutsame Fortschritte in mehreren Streitfragen erzielt. Olmert fühle sich weiterhin verpflichtet, ein gemeinsames "israelisch-palästinensisches Dokument" vor Jahresende zu erreichen.

Die letzten Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern waren im Januar 2001 im ägyptischen Badeort Taba ohne Ergebnis abgebrochen worden. Beide Seiten konnten sich damals nicht auf eine Lösung der strittigsten Fragen wie Flüchtlinge, Grenzen und Jerusalem einigen.

Die Palästinenser reagierten mit großer Zurückhaltung auf einen neuen Friedensplan Israels. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat warf am Dienstag in Ramallah der israelischen Führung vor, gezielt Halbwahrheiten zu verbreiten. Aus Sicht der radikal-islamische Hamas-Organisation sind die Vorschläge des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert nicht ernst gemeint.

Der palästinensische Verhandlungsführer Saeb Erekat warf der israelischen Führung vor, gezielt Halbwahrheiten in die Öffentlichkeit zu streuen. "Für mich sieht es so aus, als ob die Zeit der Schuldzuweisungen (für ein Scheitern der Verhandlungen) begonnen hat", sagte Erekat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%