Rüstung
EU beschließt Bau von Helikopter

Die Europäische Union will zusammen mit den USA einen schweren Transporthubschrauber entwickeln. Der Helikopter soll speziell für die Einsatzbedingungen in Afghanistan und anderen Kriegsgebieten konzipiert werden. Ab 2018 soll das Fluggerät einsatzfähig sein.

BRÜSSEL. Die Europäische Union wagt sich auf rüstungspolitisches Neuland vor. Die EU-Verteidigungsminister beschlossen am Montag, ein deutsch-französisches Projekt zum Bau eines schweren Transporthubschraubers zu einem europäischen Vorhaben zu machen und die USA zur Mitarbeit einzuladen. Die Projektleitung wurde der Europäischen Rüstungsagentur EDA übertragen. Die Gespräche mit den USA seien schon angelaufen, sagte EDA-Chef Alexander Weis. Bald werde es auch formelle Verhandlungen mit Washington geben.

Es ist das erste Mal, dass die EU die Initiative für ein gemeinsames Rüstungsprojekt ergreift und eine transatlantische Kooperation anregt. Bisher hatten die EU-Staaten meist auf nationale Militärprogramme gesetzt; transatlantische Vorhaben sind eine Seltenheit. An dem Projekt könnten die amerikanischen Konzerne Boeing und Sikorsky beteiligt werden, hieß es in Brüssel. Auf europäischer Seite wird immer wieder der deutsch-französische Hubschrauber-Hersteller Eurocopter - eine Tochter des Luft- und Raumfahrkonzerns EADS - genannt.

Der zwischen 32 und 35 Tonnen schwere neue Hubschrauber soll für schwierige Einsatzbedingungen in Afghanistan und anderen Kriegsgebieten konzipiert werden. Er soll ab 2018 vorläufig und ab 2020 vollständig einsetzbar sein. Deutschland und Frankreich, die das Projekt bereits seit Jahren verfolgen, hatten 100 Helikopter angefordert. Diese Zahl reiche jedoch nicht aus, um das Projekt wirtschaftlich zu machen, sagte Weis. Deshalb biete sich eine Zusammenarbeit mit anderen EU-Staaten und mit den USA an.

Das Hubschrauberprojekt soll dazu beitragen, den chronischen Mangel an Fluggerät bei Kriegs- und Kriseneinsätzen der EU zu beseitigen. Die EU-Länder verfügten zwar über 1 700 Helikopter, sagte Weis. Die meisten seien jedoch für Einsätze über schwierigem Gelände wie Gebirge oder Wüste nicht geeignet. Zuletzt führte dies im Tschad zu Problemen. Dort mussten die Europäer russische Hubschrauber anfordern.

Neben dem Helikopter-Projekt legte die EDA auch ein 100 Millionen Euro schweres Programm zum Schutz europäischer Truppen vor biologischer Kriegsführung auf. Außerdem gaben die Verteidigungsminister 50 Mill. Euro für die Entwicklung unbemannter Drohnen frei. Die Drohnen sollen auch im europäischen Luftraum eingesetzt werden, hieß es nach dem Treffen in Brüssel.

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