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Rüstung: Rüstungsindustrie hofft auf neue Aufträge

Schwere Zeiten für die Rüstungsindustrie: Die Armeen verlangen immer ausgefeilteres Kriegsgerät, doch die Staaten kürzen wegen der Krise ihre Wehretats. Den Ausweg aus dieser Zwickmühle diskutieren Experten aus Politik und Rüstungsindustrie auf der Handelsblatt-Tagung "Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie 2009" in Berlin.

Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern will mit der Lizenz-Produktion des Transportpanzers Fuchs (Foto) in Algerien seinen jetzt schon 70 Prozent betragenen Auslandsumsatz festigen. Quelle: dpa
Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern will mit der Lizenz-Produktion des Transportpanzers Fuchs (Foto) in Algerien seinen jetzt schon 70 Prozent betragenen Auslandsumsatz festigen. Quelle: dpa

BERLIN. Die Sorge vor stark sinkender Nachfrage durch die Verteidigungsministerien infolge der nach der Wirtschaftskrise einsetzenden Haushaltseinsparungen hat bereits die Kurse börsennotierter Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin, Northrop Grumman, BAE Systems oder Finmeccanica um bis zu 40 Prozent binnen Jahresfrist einbrechen lassen.

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Zugleich hegen Rüstungsschmieden wie die EADS-Tochter Eurofighter große Hoffnungen, auf expandierenden Märkten zum Zug zu kommen: So will Indien mit dem Kauf von 126 Mehrzweck-Kampfjets bis 2011 den weltweit mit zehn Mrd. Dollar derzeit größten Rüstungsdeal besiegeln. Neben dem Eurofighter-Konsortium mit der Exportvariante Typhoon sind auch Boeing mit der F/A-18, Lockheed Martin mit ihrer F-16, die schwedische Saab mit dem Kampfjet Gripen, die französischen Dassault-Werke mit der Rafale sowie die russische MiG-35 der Moskauer RSK-MiG im Rennen um den Großmarkt Indien. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte zuletzt Brasilien vom Kauf der Rafale-Kampfflieger überzeugen können.

Wie im bevorstehenden Indien-Deal muss sich der Verkäufer auch im Brasilien-Geschäft auf die neue Macht der Käufer einstellen: Dassault wird die Jet-Montage im Rahmen einer neu zu schaffenden industriellen Kooperation im Abnehmerland vornehmen müssen. Das gilt auch für die an den Export gewöhnte deutsche Verteidigungsindustrie.

Der wegen seiner Probleme in der Kfz-Zuliefersparte gebeutelte Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern will mit der Lizenz-Produktion des Transportpanzers Fuchs in Algerien seinen jetzt schon 70 Prozent betragenen Auslandsumsatz festigen.

Zugleich konnten Rheinmetall und Krauss Wegmann-Maffei Mitte Juli noch die größten Einzelaufträge ihrer Firmengeschichte bekannt geben: Die Lieferung von 405 "Puma"-Panzern an die Bundeswehr im Wert von gut drei Mrd. Euro. Auch für den Münchner MAN-Konzern wird die Lieferung von Militärlastern nach England, Dänemark, an Golfstaaten und die Bundeswehr zu einer wichtigen Stütze im derzeit schwierigen Lkw-Geschäft.

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