Rüstung
Zweifel an Existenz iranischer Atomwaffen

Große Uneinigkeit herrscht in der Frage, ob der Iran in Lage ist, Atonwaffen herzustellen oder nicht. Das Magazin "Stern" hatte unter Berufung auf den Bundesnachrichtendienst berichtet, dass das land tatsächlich schon bald über die Waffe verfüge. Dem widersprachen Diplomaten.

HB WIEN. Diplomaten mit Kontakten zur Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien sind skeptisch, dass der Iran wirklich in einem halben Jahr im Besitz einer Atombombe sein könnte. Das Magazin "Stern" hatte unter Berufung auf den Bundesnachrichtendienst BND berichtet, dass der Iran in sechs Monaten eine Atombombe fertigbauen und ähnlich wie Nordkorea unterirdisch testen könnte.

"Die Informationen die ich kenne, würden nicht unbedingt darauf hinweisen - das würde mich überraschen", sagte ein europäischer Diplomat am Mittwoch in Wien. Offiziell wollte sich die IAEA nicht zu dem Bericht äußern. Die UN-Behörde hatte es stets vermieden, sich zu Spekulationen zu äußern, wie schnell der Iran eine Bombe haben könnte.

Aus den vergangenen IAEA-Berichten geht hervor, dass das gesamte niedrig angereichte Uran unter Kontrolle der Behörde steht. Die Atominspektoren überwachen die Urananreicherung zu zivilen Zwecken in der Anlage im iranischen Natans unter anderem per Kamera. Für eine Atombombe braucht die Regierung in Teheran jedoch hoch angereichertes Uran.

Um das in für eine Bombe ausreichendem Maße in wenigen Monaten herzustellen, müsste das Land nach Einschätzung von Experten noch eine zusätzliche, geheime Uran-Anreicherungsanlage besitzen. Die zweite Möglichkeit wäre, dass der Iran alle Atominspektoren ausweist und seine Anlage in Natans umrüstet. Diesem Vorgehen würden Israel und wahrscheinlich auch die USA aber nicht tatenlos zusehen.

Die internationale Gemeinschaft befürchtet schon länger, dass der Iran sein bestehendes Atomprogramm zu militärischen Zwecken vorantreibt. Die Führung in Teheran hat dies stets bestritten. Die internationale Gemeinschaft hat einerseits UN - Sanktionen gegen den Iran durchgesetzt, anderseits Wirtschaftshilfe als Ausgleich für einen Verzicht auf die Urananreicherung angeboten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%