Rüstungspläne
USA kritisieren russische Waffenlieferungen an Chavez

Die USA haben die geplanten Waffenlieferungen Russlands an Venezuela und die mögliche Verlegung russischer Kampfbomber nach Kuba scharf kritisiert. In Moskau wurde Kritik an den „Belehrungen“ aus den USA laut.

HB WASHINGTON/MOSKAU. Das Waffengeschäft in Milliardenhöhe würde die Verteidigungsbedürfnisse Venezuelas klar überschreiten, sagte ein Außenamtssprecher in Washington am Dienstag. Washington habe Moskau in der Vergangenheit bereits mehrfach seine Besorgnis über die Aufrüstung unter Präsident Hugo Chávez mitgeteilt. In Moskau wurde am Mittwoch Kritik an den „Belehrungen“ aus den USA laut.

Als Reaktion auf die umstrittenen US-Pläne für ein Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien schlug der Moskauer Konflikt-Experte Alexander Pikajew vor, die 2001 von Russland stillgelegte Radaranlage im kubanischen Lourdes zu aktivieren. „Kuba ist ein einmaliger Ort, von dem Aufklärung des US-Territoriums möglich ist“, sagte der Forscher der russischen Akademie der Wissenschaften der Agentur RIA Nowosti zufolge. Russland fühlt sich durch die US-Pläne in Mitteleuropa in seiner Sicherheit bedroht und hatte mehrfach Gegenmaßnahmen angekündigt.

Chávez, der als scharfer politischer Widersacher der USA gilt, hatte in Moskau den russischen Streitkräften Stützpunkte in seinem Land angeboten und zugleich die Pläne für Waffenkäufe publik gemacht. Es werde über den Kauf von U-Booten, Panzern und Luftabwehrraketen-Systemen vom Typ Tor-M1 verhandelt, hieß es. „Wir wollen Frieden, aber müssen auch die Verteidigungskraft unseres Landes stärken“, sagte Chávez nach Angaben der Agentur Interfax.

Venezuela liegt aus russischer Sicht strategisch ähnlich günstig wie Kuba. „Russland hat viele Möglichkeiten, sich in der Welt in Stellung zu bringen. Wenn die russischen Streitkräfte gern in Venezuela Basen errichten möchten, sind sie herzlich willkommen“, sagte Chávez am Dienstagabend. Moskau äußerte sich zunächst nicht zu dem Angebot von Chávez.

Russische Militärs hatten Anfang der Woche unter anderem die Verlegung von schweren Langstreckenbombern nach Kuba ins Gespräch gebracht, um auf die geplante Stationierung von zehn US-Abwehrraketen in Polen und einer Radaranlage in Tschechien zu reagieren. Mit der Kuba-Initiative würde „eine rote Linie für die USA überschritten“, warnte der designierte Chef der US-Luftwaffe, General Norton Schwartz, bei einer Anhörung im Senat. Die USA könne Russland nur raten, „diesen Ansatz nicht zu verfolgen“.

Russische Militärexperten nannten die Äußerungen von Schwartz „unpassend, kindisch und unprofessionell“. Russische Bomber hätten das Recht, sich in allen Ländern mit Zustimmung der jeweiligen Regierungen sowie auch über neutralen internationalen Gewässern aufzuhalten. „Viele US-Militärs leiden unter Verfolgungswahn. Sie möchten die ganze Welt kommandieren und versuchen, allen ihre Bedingungen zu diktieren“, sagte der Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, Generalmajor Leonid Iwaschow.

Die USA haben stets betont, den Raketenschild zur Abwehr gegen mögliche Angriffe aus dem Iran errichten zu wollen.

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