Rüstungswettlauf
USA planen Reaktion auf iranische Atombombe

Ein Verteidigungsschirm und mehr Militärhilfe für Verbündete in der Region - damit wollen die USA auf den Bau einer iranischen Atombombe antworten. Israel hält diese Ankündigung für falsch.

HB PHUKET. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte am Mittwoch in Bangkok einem thailändischen Fernsehsender, eine Atombombe werde die Islamische Republik daher wohl weder stärker noch sicherer machen. Ein amerikanischer Regierungsvertreter betonte später, die USA hätten sich nicht mit dem Gedanken abgefunden, dass der Iran eine Kernwaffe bauen werde. Die israelische Regierung nannte die Ankündigung einen Fehler.

"Wir lassen die Tür für Gespräche weiter offen", sagte Clinton dem Sender in Bangkok. "Aber wir haben auch deutlich gemacht, dass wir Maßnahmen ergreifen werden - vernichtende Maßnahmen, wie ich es immer wieder gesagt habe - um die Verteidigung unserer Partner in der Region zu stärken." Später in Phuket sagte Clinton, sie habe keine neue Politik vorgegeben. "Der Iran muss im Blick haben, dass er mit einem Rüstungswettlauf in der Region konfrontiert werden könnte, wenn er den Bau von Atomwaffen anstrebt." Ein US-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, erklärte, Clintons Bemerkungen seien ein Teil des Versuchs, dies dem Land auszureden.

Israels Vize-Ministerpräsident Dan Meridor sagte nach Clintons ersten Bemerkungen, es sei viel sinnvoller, den Iran von vorne herein am Bau einer Atombombe zu hindern. "Ich war von der amerikanische Erklärung nicht begeistert", sagte er dem Armee-Hörfunk. Dies klinge so, als hätten die USA sich bereits mit einem atomar bewaffneten Iran abgefunden. "Ich halte das für einen Fehler." Die USA und Israel haben Angriffe auf die iranischen Atomanlagen nicht ausgeschlossen.

Die USA und andere westliche Staaten werfen dem Iran vor, an einer Atombombe zu arbeiten. Die Regierung in Teheran weist dies zurück und nennt als Ziel ihres Atomprogramms die Stromerzeugung. US-Präsident Barack Obama hat sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger George W. Bush zu Gesprächen mit dem Iran bereits gezeigt. Die Islamische Republik ist darauf nicht eingegangen.

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