Rufmordprozess
Bewährungsstrafe für Villepin gefordert

Im Rufmordprozess gegen den französischen Ex-Premier Dominique de Villepin hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag eine 18-monatige Bewährungsstrafe sowie ein Bußgeld in Höhe von 45 000 Euro gefordert.
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HB PARIS. Villepin hat den in der sogenannten Clearstream-Affäre erhobenen Vorwurf zurückgewiesen, er habe den heutigen Präsidenten Nicolas Sarkozy vor fünf Jahren mit einem Verleumdungskomplott ausschalten wollen. Der Fall geht zurück auf das Jahr 2004, als Kontenlisten des luxemburgischen Finanzinstituts Clearstream auftauchten. Demnach kassierten zahlreiche französische Politiker Schmiergeld für Waffengeschäfte mit Taiwan, darunter auch Sarkozy. Wer die Listen fälschte und an die Justiz weiterleitete ist ebenso unaufgeklärt wie die Frage, ob Villepin die Untersuchungen gegen seinen Rivalen Sarkozy am Köcheln hielt, obwohl er längst wusste, dass die Listen manipuliert waren.

Der Prozess ist ein Präzedenzfall selbst im skandalerfahrenen Frankreich. Denn Staatschef Sarkozy tritt als Nebenkläger auf. Er hat Villepin als Initiator und Drahtzieher der Clearstream-Affäre bezeichnet.

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