Rumsfeld verteidigt Veröffentlichung der Fotos der Söhne Saddams
Washington rechnet mit langem Irak-Einsatz

Das US-Verteidigungsministerium hat am Donnerstag Fotos von den Leichen der am Dienstag getöteten Saddam- Söhne Udai und Kusai veröffentlicht. Damit sollen vor allem unter der irakischen Bevölkerung alle Zweifel ausgeräumt werden, dass die Beiden wirklich tot sind. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld begründete die Veröffentlichung der Bilder mit der „ungewöhnlichen Situation“ im Irak.

HB/rtr/dpa BAGDAD/WASHINGTON. Es sei darum gegangen, der irakischen Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass es mit dem Regime von Saddam Hussein endgültig vorbei sei, sagte Rumsfeld in Washington. Unterdessen richten sich die USA anscheinend auf einen lang andauernden Truppeneinsatz im Irak ein.

Das geht aus einem neuen Stationierungsplan für die dorthin entsandten Truppen hervor, den Heeres-Generalstabschef John Keane in Washington bekannt gab. Danach ist vorläufig nicht daran gedacht, die derzeitige Truppenstärke von rund 150 000 US-Soldaten zu verringern. Das sei wegen der andauernden Angriffe aus dem Untergrund nicht möglich, sagte der General. Wahrscheinlich aus Rache für die Tötung der beiden Saddam-Söhne durch die amerikanische Armee sind am Donnerstag bei einem Überfall in der Nähe von Mosul im Nordirak drei US-Soldaten getötet worden. Zwei Tage nach der Aktion gegen die Udai und Kusai Hussein in Mosul kam ein Konvoi von Armeefahrzeugen unter Feuer. Panzerfäuste und Kleinfeuerwaffen wurden abgefeuert, teilte ein Sprecher des US- Militärkommandos in Bagdad mit.

Reaktion mit gemischten Gefühlen

Eine irakische Gruppe, die sich selbst als „Fedajin Saddam“ bezeichnet, drohte indes Vergeltung für den Tod der Saddam-Söhne an. Das berichtete der arabische TV-Sender El Arabija am Donnerstag. „Wir sagen den Besatzern: Das Märtyrertum Udais und Kusais wird unsere Angriffe nicht mindern, sondern stärken“, hieß es in einer von einer vermummten Person verlesenen Erklärung.

Die Veröffentlichung der Leichenfotos wurde von Irakern in Bagdad in ersten Reaktionen mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Auf dem einen vom Verteidigungsministerium veröffentlichten Foto, das offenbar Udai zeigt, ist der durch zahlreiche Verletzungen entstellte Kopf eines Mannes zu sehen. Er hat einen dicken Vollbart und eine Glatze. Von der Nase verläuft eine breite Wunde über das linke Auge. Auf einem zweiten Bild ist wahrscheinlich Kusai zu sehen. Der Kopf liegt auf einem Blut verschmierten weißen Tuch. Eine Wunde ist nicht zu erkennen. Beide Leichen sind am Oberkörper unbekleidet.

Italiener schicken bis zu 3 000 Soldaten

Das Pentagon zeigte gleichzeitig eine Röntgen-Aufnahme aus dem Bein einer der Leichen. Darauf ist eine schwere Fraktur zu sehen, wie sie Udai bei einem Attentatsversuch 1996 erlitten hatte.

In Rom beschloss die Abgeordnetenkammer die Entsendung von bis zu 3000 italienischen Soldaten in den Irak. Die Soldaten werden im Süden des Landes unter britischem Kommando stationiert sein und sollen vor allem humanitäre Hilfen absichern. Spanien und die Niederlande brachten inzwischen ihre ersten Truppenteile für die internationale Stabilierungstruppe in den Irak auf den Weg. Spanien entsandte 60 Soldaten als Vorauskommando für seinen Beitrag von 1300 Mann und die Niederlande die ersten 300 ihre 1100 Mann starken Truppe.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad wurden zwei Iraker von US- Soldaten getötet, nachdem sie sich mit ihrem Fahrzeug einem Kontrollpunkt genähert und nicht rechtzeitig angehalten hatten, berichtete der TV-Sender El Dschasira unter Berufung auf Augenzeugen.

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