Rund 50 Tote binnen zwei Wochen
Israel und Hamas setzen Angriffe fort

Israel und die radikal-islamische Hamas haben über die Pfingsttage ihren militärischen Schlagabtausch mit gegenseitigen Luft- und Raketenangriffen fortgesetzt.

dpa GAZA/TEL AVIV. Am Sonntag schlugen erneut mindestens acht Kassam-Raketen im israelischen Grenzgebiet ein, nachdem am Vortag ein 36-Jähriger durch einen direkten Treffer in seinem Auto getötet worden war. Es war das zweite Todesopfer in der Grenzstadt Sderot in der jüngsten Runde der Gewalt. Die israelische Luftwaffe feuerte in der Nacht erneut Raketen auf Ziele der Hamas im Gazastreifen. Nach palästinensischen Krankenhausangaben sind seit Beginn der massiven israelischen Luftangriffe vor knapp zwei Wochen insgesamt 48 Palästinenser getötet worden.

Am Sonntagabend verstärkten Israels Streitkräfte nach Medienangaben ihre Präsenz an der Grenze zum Gazastreifen. Die Armee hat israelischen Berichten zufolge von der politischen Führung grünes Licht für einen begrenzten Bodeneinsatz im Gazastreifen erhalten. Die Soldaten sollten allerdings nicht in bewohntes Gebiet vordringen. Der Kampf gegen Hamas solle weiterhin vorwiegend aus der Luft geführt werden.

In den vergangenen zwei Wochen sind nach Angaben der israelischen Armee mehr als 250 aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen im israelischen Grenzgebiet eingeschlagen. In der Nacht zum Montag griff die israelische Luftwaffe erneut Ziele der Hamas im Gazastreifen an. Zwei Hamas-Mitglieder wurden dabei schwer verletzt. Am Samstag wurden bei Luftschlägen im Gazastreifen fünf Mitglieder der Hamas-Polizeimiliz getötet und 20 weitere verletzt.

Die radikal-islamische Organisation drohte am Samstag mit der Ermordung des vor knapp einem Jahr entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit, sollten Hamas-Führungsmitglieder gezielt getötet werden. Neue Selbstmordanschläge in Israel seien nur noch eine Frage der Zeit. Israelische Soldaten nahmen in der Nacht zum Samstag in Dschenin erneut einen Hamas-Minister fest, den Minister ohne Amtsbereich Wasfi Kabcham.

Hamas fordert als Bedingung für einen Stopp der Raketenangriffe eine umfassende Waffenruhe, die für den Gazastreifen und das Westjordanland gilt. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert sagte jedoch am Sonntag, Israel werde sich in seinem Vorgehen nicht Hamas anpassen. Man müsse sich auf einen langen Konflikt einstellen, erklärte er. Niemand sei immun gegen israelische Angriffe. „Wir entscheiden, wann, wie und wo wir vorgehen, ohne dabei irgendwelche Bedingungen von außen zu akzeptieren.“

Nach einem Feuerüberfall in Jerusalem wurde die israelische Polizei am Sonntag in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Am Samstagabend hatten israelische Grenzpolizisten im arabischen Ostteil Jerusalems zwei bewaffnete Palästinenser erschossen, nachdem diese das Feuer auf sie eröffnet hatten. Vier der Polizisten wurden verletzt, zwei davon schwer. Ein dritter, offenbar unbeteiligter Palästinenser wurde bei dem Schusswechsel tödlich getroffen.

Israelische Soldaten nahmen am Sonntag einen militanten Palästinenser mit Bauchschussverletzung während der Behandlung in einem Krankenhaus im Westjordanland fest. Der 25-Jährige wurde in Jericho aus dem Operationssaal mitgenommen und mit einem Militär-Krankenwagen in ein israelisches Krankenhaus gebracht.

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