Russen in Deutschland
„Wir sind stolz auf Putin“

In der Kneipe „Roter Platz“ trifft sich, wer einen Hauch von Russland in Köln erleben will. Auch hier wird kontrovers über die Ukraine diskutiert. Die einen lieben Kremlchef Wladimir Putin – doch längst nicht alle.
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KölnHammer und Sichel kreuzen sich auf einem goldenen Stern. Darunter blickt ein grimmiger Lenin in die Ferne. Um die Ecke freut sich Stalin auf einem Bild über seinen russischen Wodka. Was wie ein sowjetisches Museum wirkt, ist in Wirklichkeit die russische Kneipe „Roter Platz“ im Zentrum Kölns. Hier stoßen jedes Wochenende die Gäste zu russischem Bier und den verschiedensten Wodkasorten an.

Einer von ihnen ist Evgenij Dunajewski. Der 24-jährige sitzt mit seinen Freunden an diesem Freitag Abend im Außenbereich der Kneipe. Die meisten kommen aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion wie Kasachstan oder Litauen.

Dunajewski ist in der ostukrainischen Stadt Dnepropetrovsk, 200 Kilometer südöstlich von Donezk, aufgewachsen. Er bezeichnet sich aber selbst als Russe. Seit er 14 Jahre alt ist lebt er in Deutschland, mittlerweile hat er einen deutschen Pass. In seinem Freundeskreis ist der Ukraine-Konflikt ein wichtiges Thema. Wenn sie sich über Kreml-Chef Wladimir Putin unterhalten, sind sie sich einig: Russland könne stolz auf einen Präsidenten wie Putin sein. „Wir sind stolz auf Putin.“

„Er kümmert sich um sein Volk, hat die russische Wirtschaft gestärkt und die Korruption bekämpft“, sagt Dunajewski. Die Vorwürfe des Westens, Putin sei für die Eskalation in der Ukraine verantwortlich, seien haltlos. „Das ist Hetze, Hetze, Hetze“, sagt er und hebt dabei seine Stimme an.

Rund 200.000 Russen leben in der Bundesrepublik. Die Meisten wohnen in Nordrhein-Westfahlen. Köln hat mit etwa 5.000 Russen die größte russische Gemeinde NRWs. In der Millionenstadt gibt es mehrere russische Kneipen, zwei russisch-orthodoxe Kirchen und zahlreiche russische Restaurants.

Seit Monaten kämpfen im Osten der Ukraine Regierungstruppen gegen prorussische Separatisten um die Kontrolle der Gebiete. Ausgelöst wurden die Kämpfe durch die Proteste auf dem Kiewer Maidan-Platz. Diese führten zum Sturz des damaligen Präsidenten Wiktor Janukowitsch. Anschließend wählte die Bevölkerung der Ukraine eine neue Regierung. Doch damit kehrte keine Ruhe ein.

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  • DEUTSCHE MAHNWORTE

    Sei Deutsch:
    Sei wahr – Sei zuverlässig – Sei stolz -
    Sei stark – Sei furchtlos – Sei beherrscht -
    Sei bewußt Deines Blutes -
    Sei Hilfe dem Edlen – Sei Vernichtung dem Bösen -
    Sei herzeigen dem Volke – Sei Feind seinen Feinden

  • Was sind denn "deutsche" Tugenden?

  • Warum Sanktionen gegen Russland?

    Der immer noch ungeklärte Flugzeugabsturz der MH17, wofür die Separatisten und Russland vom Westen und ihren Propagandamedien verantwortlich gemacht werden, war der Auslöser der Wirtschaftsanktionen gegen Russland.

    Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass das gezielte Putin-Bashing schon systematischer Bestandteil der Westmedien ist und dies möglichweise sogar von langer Hand geplant war.
    Russland soll als Schuldiger des Ukraine-Desasters dargestellt werden.

    Was ist mit Flug MH17?

    Warum veröffentlicht Kiew nicht die Fluglotsengespräche?

    Der russische UN-Gesandte fordert von Kiew die Veröffentlichung der Fluglotsen-Gespräche und bemängelt das mangelnde Aufklärungsinteresse der ICAO.

    Kiew soll endlich die Fluglotsengespräche veröffentlichen. Das forderte der russische UN-Gesandte Vitaly Churkin vor dem Sicherheitsrat. Die Ukraine hatte die Gespräche sofort nach dem Abschuss von MH17 konfisziert, ohne dafür Gründe zu nennen.

    Beobachter gehen davon aus, dass diese Gespräche wertvolle Hinweise liefern, was in den letzten Minuten vor dem Absturz passiert ist.

    Zum Vergleich: Bei MH370 waren die entsprechenden Gespräche schon nach 3 Tagen für die Öffentlichkeit zugänglich!

    Churkin bemängelt außerdem, dass die ICAO (eine Unterabteilung der UN für Flugsicherheit) kaum Interesse bekundet, die Absturzursache wirklich aufzuklären.

    Bis heute gibt es vom Westen keine Bemühungen, die Wrackteile zusammenzutragen, welche wichtige Hinweise auf die Art und Weise des Abschusses geben könnten.

    Warum nicht?

    Ein Monat ist vergangen seit dem Absturz und es gibt keine offiziellen Untersuchungsergebnisse. Das ist außergewöhnlich. Bereits wenige Tage nach dem Absturz gab es eine kurze Meldung, dass in diesem Fall darauf verzichtet werden soll, die Trümmer des Wracks einzusammeln und wie ein Puzzle zusammenzusetzen!

    Das aber wäre das normale Verfahren, wenn ein ernsthaftes Interesse bestünde, die Unfallursache objektiv zu ermitteln.

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