Russische Software USA verbieten Behörden Nutzung von Kaspersky-Programmen

Der Konflikt zwischen Russland und den USA hat die Privatwirtschaft erreicht. Der russische Software-Konzern Kaspersky steht im Verdacht, mit Moskaus Behörden zusammen zu arbeiten. Die USA verbieten nun die Nutzung.
Kommentieren
Die US-Regierung verbietet den Behörden wegen Spionageverdacht die Nutzung von Produkten der populären russischen Softwarefirma Kaspersky. Quelle: Reuters
Software-Konzern

Die US-Regierung verbietet den Behörden wegen Spionageverdacht die Nutzung von Produkten der populären russischen Softwarefirma Kaspersky.

(Foto: Reuters)

Washington/MoskauDie US-Regierung hat ihren Bundesbehörden die Benutzung von Software des russischen Software-Konzerns Kaspersky Lab verboten. Das Heimatschutzministerium teilte am Mittwoch mit, es sei besorgt über mögliche Verbindungen zwischen Firmenvertretern und russischen Geheimdiensten. Es bestehe das Risiko, dass die russische Regierung den Zugang über Kaspersky-Produkte ausnutzen könne, um Informationssysteme der US-Behörden zu kompromittieren, hieß es in einer Mitteilung. Die Firmenzentrale von Kaspersky in Moskau reagierte empört auf die Vorwürfe.

Kaspersky Lab ist auf Sicherheits- und Anti-Viren-Programme spezialisiert. Die Software wird auch in Deutschland häufig genutzt. Kritiker vermuten, dass das Unternehmen Verbindungen zum russischen Geheimdienst haben könnte.

Die Sicherheitssoftware von Kaspersky gewähre umfassenden Zugang auf Dateien und Administrationsrechte von Computern, auf denen sie installiert sei, erklärte das US-Ministerium. Die Behörden hätten 60 Tage Zeit, um Pläne zu entwickeln, wie die Benutzung der Programme gestoppt werden könne, und 90 Tage, um diese umzusetzen. Man habe Kaspersky die Gelegenheit gegeben, zu den Bedenken Position zu beziehen.

„Kein Politiker in der Geschichte wurde unfairer behandelt“
„America first.“
1 von 25

Donald Trump bei seiner Antrittsrede in Washington am 20. Januar 2017. Alle Zitate sind aus diesem Jahr.

„Nein, das ist kein Muslimbann.“
2 von 25

Donald Trump am 25. Januar in einem Interview über das von ihm erlassene Einreiseverbot gegen Menschen aus mehreren muslimisch geprägten Ländern.

„Ich muss Ihnen sagen, das ist eine unglaublich komplexe Sache. Niemand wusste, dass Gesundheitspolitik so kompliziert sein könnte.“
3 von 25

Donald Trump am 27. Februar in Washington vor Gouverneuren. In dieser Woche scheiterten Trumps Pläne für eine Gesundheitsreform an den unsicheren Mehrheitsverhältnissen im Senat. Der Gesetzesvorschlag kam nicht zur Abstimmung.

„Wir werden die Vorschriften stoppen, welche die Zukunft und die Existenz unserer großartigen Kohle-Bergmänner bedrohen.“
4 von 25

Trump am 28. Februar in einer Rede vor dem US-Kongress.

„Arnold Schwarzenegger verlässt „The Apprentice“ nicht freiwillig, er wurde wegen seiner schlechten (armseligen) Einschaltquoten gefeuert, nicht von mir.“
5 von 25

Trump am 4. März auf Twitter über seinen TV-Nachfolger.

„Wie tief ist Präsident (Barack) Obama gesunken, meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzuzapfen. (...) Böser (oder kranker) Typ!“
6 von 25

Trump am 4. März auf Twitter mit bislang unbelegten Behauptungen über seinen Amtsvorgänger (r.).

„Zumindest haben wir vielleicht etwas gemeinsam.“
7 von 25

Trump am 17. März bei einer Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (r.) in Washington zu seinen Abhörvorwürfen gegen Obama und dem Lauschangriff der US-Geheimdienste auf Merkels Handy in Obamas Regierungszeit.

Die Stellungnahme ließ nicht lange auf sich warten. „Angesichts der Tatsache, dass Kaspersky Lab keine politischen Verbindungen zu Staaten unterhält, sind wir ziemlich enttäuscht von der Entscheidung des US-Heimatschutzministeriums“, sagte ein Konzern-Sprecher in der Nacht zum Donnerstag der Agentur Interfax.

Die US-Behörden hätten keine Beweise vorgelegt. Sämtliche Anschuldigungen basierten auf Lügen, hieß es weiter. „Das Unternehmen pflegt keinerlei politische Beziehungen zu irgendeiner Regierung, einschließlich der russischen“, sagte der namentlich nicht genannte Sprecher. Kaspersky arbeite seit 20 Jahren in der Sicherheitsbranche und halte die höchsten Standards ein. Zudem betonte er, dass Kaspersky die Daten seiner Nutzer schütze.

Die Vorwürfen seien politisch motiviert, kritisierte er. Dennoch wolle der Konzern weiter mit den US-Behörden zusammen arbeiten, um zu zeigen, dass der Verdacht unbegründet sei.

Der russische Dumaabgeordnete Leonid Lewin verurteilte die Entscheidung der USA als „Etappe im Wirtschaftskrieg gegen russische Unternehmen“. Weitere Maßnahmen Washingtons seien nicht ausgeschlossen, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Informationspolitik.

Das Verhältnis zwischen den USA und Russland ist so schlecht wie schon lange nicht mehr. In den vergangenen Wochen hatte sich zwischen beiden Ländern ein Streit um diplomatische Vertretungen hoch geschaukelt. Auslöser waren neue Sanktionen der USA gegen Russland. Diese hatte die Regierung von Präsident Donald Trump auf Drängen des Kongresses verhängt. Senat und Repräsentantenhaus wollten den Kreml damit auch für die mutmaßlich russische Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl abstrafen. US-Geheimdienste werfen Moskau vor, hinter Hackerangriffen auf Computer der Demokraten während des Wahlkampfes zu stehen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Russische Software - USA verbieten Behörden Nutzung von Kaspersky-Programmen

0 Kommentare zu "Russische Software: USA verbieten Behörden Nutzung von Kaspersky-Programmen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%