Russische Wirtschaftskrise: Tadschikistan muss Goldreserven verkaufen

Russische Wirtschaftskrise
Tadschikistan muss Goldreserven verkaufen

Tadschikistans Gold- und und Devisenvorräte haben sich 2014 mehr als halbiert. Der tadschikische Somini brach ein. Die ehemalige Sowjetrepublik ist eins der Länder, die stark unter der russischen Finanzkrise mitleiden.
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DuschanbeDie Finanzkrise in Russland kommt die ehemalige Sowjetrepublik Tadschikistan teuer zu stehen. Im vergangenen Jahr habe sich das Land von mehr als der Hälfte seiner Gold- und Devisenvorräte trennen müssen, teilte die tadschikische Zentralbank am Dienstag mit. Die Gesamtsumme der Reserven, in erster Linie Gold, sei von 1,07 Milliarden Dollar (923 Millionen Euro) auf 481 Millionen Dollar zusammengeschmolzen, sagte Zentralbank-Präsident Abdudschabbor Schirinow auf einer Pressekonferenz.

Auch die tadschikische Währung verlor im vergangenen Jahr deutlich an Wert. Gegenüber dem Dollar gab der Somoni um elf Prozent nach. Die Inflationsrate stieg derweil auf 7,4 Prozent.

Im armen Tadschikistan stammt rund die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts von Bürgern, die in Russland arbeiten und Geld nach Hause schicken. Das Land ist eines von mehreren in der ehemaligen sowjetischen Einflusssphäre, das zunehmend von der russischen Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen wird.

So verlor auch die Währung in Kirgistan, der Som, gegenüber dem Dollar 17 Prozent an Wert. Die Geldtransfers von Kirgisen im Ausland brachen, gemessen in Dollar, um 70 Prozent ein, wie Analysten schätzen.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) erklärte am Dienstag, das Schrumpfen der russischen Wirtschaft und der Absturz des Rubels hätten die Aussichten der anderen Volkswirtschaften in der Region stark eingetrübt. Hintergrund der Entwicklung in Russland sind vor allem der niedrige Ölpreis und die Sanktionen des Westens in Zusammenhang mit der Ukraine-Krise.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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