Russischer Außenminister
Ukraine soll Genfer Abkommen grob verletzt haben

Russlands Außenminister Sergej Lawrow wirft der Ukraine vor, das Genfer Abkommen mit Füßen zu treten. Damit droht die Vereinbarung zu scheitern - inklusive der Chance auf eine friedliche Lösung.
  • 4

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat der Übergangsregierung in Kiew einen Verstoß gegen die Genfer Vereinbarung zur Überwindung der Ukraine-Krise vorgeworfen. "Das Abkommen wird nicht nur nicht respektiert", sagte Lawrow am Montag bei einer Pressekonferenz in Moskau. "Es werden sogar Maßnahmen getroffen - in erster Linie von denjenigen, die die Macht in Kiew übernommen haben -, die die in Genf erzielten Vereinbarungen in grober Weise verletzen."

Es sei "absolut inakzeptabel", dass die Behörden in Kiew der Ansicht seien, dass das Abkommen nicht für den Maidan gelte. Der Platz in der ukrainischen Hauptstadt wird weiterhin von proeuropäischen Demonstranten besetzt, die den Moskau-freundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Februar mit Massenprotesten aus dem Amt gedrängt hatten.

Bereits am Sonntag hatte das russische Außenministerium der Regierung in Kiew eine mangelnde Bereitschaft zur Entwaffnung von Nationalisten und Extremisten vorgeworfen. Anlass war eine Schießerei nahe der ostukrainischen Stadt Slawjansk, bei der in der Nacht zum Sonntag mindestens zwei Menschen getötet wurden. Moskau äußerte sich "empört" über den Vorfall. Die prorussischen Aktivisten machten die rechtsextreme ukrainische Bewegung Prawy Sektor für die Schießerei verantwortlich. Der selbsternannte Bürgermeister von Slawjansk forderte Russland zur Entsendung von Friedenstruppen und Waffen auf.

Die Außenminister der Ukraine und Russlands hatten sich am Donnerstag bei einem Krisentreffen in Genf zusammen auf ein Abkommen zur Entschärfung des Konflikts geeinigt. Bei dem Treffen mit US-Außenminister John Kerry und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton wurde die "Entwaffnung illegaler bewaffneter Gruppen" sowie die Räumung besetzter Gebäude und eine Amnestie beschlossen.

Die USA drängen die russische Regierung seitdem, ihren Einfluss geltend zu machen, um die prorussischen Milizen in der Ostukraine in die Schranken zu weisen, die weiterhin mehrere Verwaltungsgebäude in der Region besetzt halten. Washington unterstrich seine Forderungen mit der Androhung weiterer Sanktionen gegen Moskau.

"Die Versuche, Russland zu isolieren, sind aussichtslos", entgegnete am Montag Lawrow. Russland sei "eine unabhängige Großmacht, die weiß, was sie will". Zudem sei "eine überwältigende Mehrheit von Ländern" gegen eine Isolierung Russlands.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Russischer Außenminister: Ukraine soll Genfer Abkommen grob verletzt haben"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Dann müssen sie lieber besser recherchieren wie viele Menschen sterben dort Järlich die haben doch eine "Demokratie" endlich.
    Oder Irak ist ein bessere Beispil.......
    Beim Sadam existierten auf eine strasse Synagoge christliche Kirche und Mooschee und starben keine Menschen. USA und Europe wollten doch Demokratie in dieses Land bringen..... Bravo gut gemacht

  • Genau so ist es Afganistan ist aufgestanden und geht endlich seinen weg, vom Russen brutal unterdrückt, dank der Hilfe des Westens ist der Russe fluchtartig raus und die Kriegshandlung der Russen in Afganistan endete mit den Zusammenbruch der SU. Ja wenn man glaubt man kann so einfach sich alles erlauben, hauts ein einfach um. Russen raus aus der Krim

  • Ja genau die Deutsche haben es auf die Beine in Afganistan und Mali gebracht

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%