Russischer Motorradclub

Nachtwölfe haben EU-Grenze passiert

Die putintreuen Rocker der „Nachtwölfe“ haben nach eigenen Angaben die EU-Grenze passiert – trotz Einreiseverbots. Offiziell bestätigt wurde dies allerdings noch nicht. Die kremlnahen Rocker wollen nach Berlin.
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Der Präsident des russischen Motorradclubs, Alexander Zaldostanow, will mit seinen Rockern nach Berlin. Quelle: dpa
„Nachtwölfe“

Der Präsident des russischen Motorradclubs, Alexander Zaldostanow, will mit seinen Rockern nach Berlin.

(Foto: dpa)

MoskauDie Rocker des russischen Motorradclubs „Nachtwölfe“ haben nach eigenen Angaben trotz eines polnischen Einreiseverbotes die EU-Grenze passiert. „Ein Teil befindet sich (in der tschechischen Stadt) Ostrava“, sagte Clubsprecher Andrej Bobrowski am Donnerstag dem Radiosender Goworit Moskwa. Weder die örtliche Polizei noch der russische Honorarkonsul in der nordmährischen Stadt bestätigten dies zunächst. Eine weitere Gruppe sei in Ungarn, teilten die Rocker in ihrem Blog mit.

Unklar war, wie die Rocker die EU-Grenze passiert haben sollen. Polen hatte die „Siegestour“ anlässlich des 70. Jahrestages des Triumphs der Sowjetunion über den Faschismus als Provokation bezeichnet und ihnen die Einreise verweigert. Dies löste scharfe Kritik Russlands aus.

Die Tour der als kremlnah geltenden „Nachtwölfe“ soll am 9. Mai, der in Russland als Tag des Sieges gefeiert wird, in Berlin enden. Deutschland hatte die Visa einiger Biker annulliert.

Polen verweigert den Nachtwölfen die Einreise
Nachtwölfe an der polnischen Grenze.
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Die polnischen Behörden haben den Teilnehmern der umstrittenen Motorradtour des russischen Rockerclubs „Nachtwölfe“ nach Berlin die Einreise nach Polen verweigert. An der weißrusssisch-polnischen Grenze im polnischen Terespol wurden die Rocker abgewiesen. Auch Berlin hatte den Wölfen bereits mit einem Einreiseverbot gedroht. Denn die deutsche Hauptstadt war das Ziel der umstrittenen Gruppe...

Hinter Gittern
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Die Gruppe habe nicht die formellen Kriterien zur Einreise erfüllt, meldete die polnische Agentur PAP. Zuvor seien die rund 20 Motorradfahrer von den polnischen Beamten am Grenzübergang Terespol stundenlang gefilzt worden, beklagte der Anführer des Trosses, Andrej Bobrowski.

Auf dem Weg nach Polen
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„Sie nehmen uns ganz schön in die Mangel, durchsuchen alle Sachen bis zu jedem T-Shirt, Schlüssel und Schraubendreher“, sagte er der Agentur Interfax. „Jeder von uns wird einzeln befragt.“ Zahlreiche polnische Motorradfahrer, die mit den „Nachtwölfen“ solidarisch sind, protestierten an der Grenze.

Nachtwölfe nicht erwünscht
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Hier hält ein polnischer Biker ein Schild mit der Aufschrift „Nachwölfe willkommen“ hoch. Das sahen die polnischen Behörden anders. Polen wie auch Deutschland hatten den „Nachtwölfen“ mit einem Einreiseverbot gedroht. Die Rocker waren dennoch am Wochenende zu einer „Siegestour“ in Richtung Berlin aufgebrochen, mit der sie an die Erfolge der Roten Armee im Kampf gegen Hitler-Deutschland erinnern wollen. Die polnische Regierung hatte die Tour als Provokation bezeichnet. Die Nachtwölfe gelten als Sympathisanten der prorussischen Separatisten in der Ostukraine.

Putin und die Biker
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Biker gelten als harte Kerle. Da machen die russischen Biker keine Ausnahme. Der Biker-Club „Die Nachtwölfe“ will auf einer Motorradtour von Moskau quer durch Ost- und Mitteleuropa bis nach Berlin den Weg der Sowjetarmee am Ende des Zweiten Weltkriegs nachfahren. „Ziel ist es, das Andenken an diejenigen zu ehren, die beim Kampf gegen den Faschismus gefallen sind“, sagte Organisator Andrej Bobrowski.

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Durch die Motorradtour, die am 25. April beginnen und am 9. Mai, dem in Russland begangenen Jahrestags des Kriegsendes, in der deutschen Hauptstadt enden soll, wollen die Biker demnach die „guten Beziehungen“ zwischen Russland und den durchquerten Ländern stärken. Besucht werden sollen dabei außer Deutschland noch Weißrussland, Polen, Tschechien, die Slowakei und Österreich.

Wladimir Putin und Nochniye Volki
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Die Nachtwölfe zeigen sich zwar regelmäßig an der Seite von Russlands Präsident Wladimir Putin, streiten aber jedes politische Engagement ab. „Wir sind keine Historiker, aber wir wollen die hunderttausenden von Zivilisten nicht in Vergessenheit geraten lassen, die im Krieg gestorben sind“, sagte Bobrowski. Er erwarte deshalb von allen, ihnen bei ihrer Aktion zu helfen, selbst von jenen, die diese nicht respektierten.

  • dpa
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