Russischer Premier
Medwedjew droht Visa und Mastercard

„Wir werden am Ende gewinnen“: Mit einer trotzigen Rede hat sich Russlands Premier Medwedjew zu Wort gemeldet. Sanktionsdrohungen konterte er demonstrativ gelassen. Die USA versprachen der Ukraine derweil neue Millionen.
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KiewDie russische Regierung hat in der Ukraine-Krise demonstrativ gelassen auf Drohungen mit weiteren Sanktionen des Westens reagiert. „Ich bin sicher, dass wir ihre Auswirkungen minimal halten können“, sagte Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew am Dienstag in einer Rede im Parlament, die im Fernsehen übertragen wurden. Im Falle neuer Sanktionen werde für Moskau der Schutz der Wirtschaft und der russischen Bürger „vor so unfreundlichen Handlungen“ an vorderster Stelle stehen.

Sanktionen seien eine „Sackgasse“, sagte Medwedjew weiter. Wenn der Westen sie trotzdem verhänge, habe Russland „keine andere Wahl“, als sich dagegen zu wehren. „Und wir werden am Ende gewinnen“, sagte Medwedjew.

Die USA hatten Russland mit weiteren Sanktionen gedroht, falls die Regierung in Moskau nicht mäßigend auf die Separatisten einwirken sollte und nicht rasche Schritte zur Verwirklichung des in Genf vereinbarten Friedensfahrplans für die Ukraine unternehme. Zu den Beschlüssen gehören die Entwaffnung aller paramilitärischen Gruppen im Land sowie die Räumung besetzter Verwaltungsgebäude und Plätze. Russland fordert, dass auch ultranationalistische und regierungsnahe Gruppen die Waffen abgeben. Entgegen dem Genfer Abkommen hielten jedoch pro-russische Separatisten über das Osterwochenende weiter Regierungsgebäude in zahlreichen Städten der Ost-Ukraine besetzt.

Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA drohte Medwedjew überdies den US-Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard, die im Zuge der US-Sanktionen Dienstleistungen an einzelne russische Kunden eingestellt hatten. „Die ausländischen Partner haben einige russische Banken von den internationalen Zahlungssystemen ausgeschlossen. Das ist ohne jeden Zweifel ein Vertragsbruch, der nicht ungestraft bleiben darf“, sagte Medwedjew laut RIA. „Es gilt, Kräfte und Mittel einzusetzen, um die betreffenden ausländischen Kontrahenten zur Besinnung zu bringen.“

US-Vizepräsident Joe Biden sicherte der Ukraine bei einem Besuch in der Hauptstadt Kiew politische und wirtschaftliche Unterstützung zu. So wollten die USA dem nahezu bankrotten Land dabei helfen, unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu werden. Moskau hatte zuletzt die Gaspreise für Kiew deutlich erhöht.

Konkret sagte das Weiße Haus der Ukraine zusätzlich zu dem bereits beschlossenen Hilfskredit in Höhe von einer Milliarde Dollar (725 Millionen Euro) weitere 50 Millionen. Damit sollen unter anderem freie Wahlen und anstehende Verfassungsreformen unterstützt werden. Dies sei eine „Anzahlung“ in die demokratische Entwicklung des Landes, hieß es.

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  • @delta

    Jetzt mal nicht moppern. Ich war Ostern u.a. in Zwickau, der Trabbi-Stadt. Nettes Städtchen, sehr angenehm. Wenn nur die Sprache nicht wäre. Das ist echt harter Tobak für jedes Nichtsachsenohr.....

  • Für einen frustriert-nostalgischen Trabbi-Fahrer hingegen ist der Wolga natürlich das höchste der Gefühle...

  • Kaufe einen Ford, fahre damit fort und schmeiße ihn fort......!

    Gute Wahl, Grünschnösel !

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