Russisches Militär in der Ukraine

Hilfskonvoi steht – Armeetransporter fahren

In der Dunkelheit, durch eine Lücke im Grenzzaun soll ein russischer Militärkonvoi in die Ukraine eingedrungen sein. Das berichten britische Journalisten. Die russischen Hilfs-Lastwagen stecken weiter an der Grenze fest.
Update: 15.08.2014 - 08:15 Uhr 54 Kommentare

Wohin steuert der Hilfskonvoi?

London/DonezkRussische Militärfahrzeuge sind offenbar von Journalisten beim Eindringen auf ukrainisches Territorium beobachtet worden. Wie die britischen Zeitungen „The Guardian“ und „The Telegraph“ berichteten, überquerte ein Konvoi aus 23 gepanzerten Mannschaftstransportwagen gemeinsam mit Tanklastwagen und anderen Versorgungsfahrzeugen am späten Donnerstagabend die Grenze zum Nachbarland. An allen Fahrzeugen seien Kennzeichen des russischen Militärs angebracht gewesen. Der Vorfall ereignete sich demnach in einem von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet in der Ostukraine.

Außerdem berichten Reporter der Agentur Reuters, dass Russland an der Grenze zur Ukraine Dutzende schwere Militärfahrzeuge in der Nähe eines Hilfskonvois zusammengezogen habe. Dabei handelte es sich um Transportpanzer.

Für die notleidenden Menschen in der umkämpften Region rückt derweil Hilfe näher. Erste ukrainische Regierungs-Lastwagen mit Medikamenten und Lebensmitteln trafen am Donnerstagabend an einem Sammelpunkt nördlich von Lugansk ein. Ob auch der seit drei Tagen anrollende russische Hilfskonvoi die Grenze passieren darf, blieb aber unklar.

Der Hilfstransport ist umstritten, weil die proeuropäische Regierung in Kiew Russland als Aggressor ansieht. Moskau wies Vorwürfe zurück, der Konvoi könnte Waffen für die prorussischen Separatisten enthalten. Auch der Westen beschuldigt Russland seit längerem, die Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen. Moskau bestreitet dies.

Wie der „Guardian“ weiter berichtete, wartete der Armeekonvoi auf russischer Seite den Einbruch der Dunkelheit ab, nutzte dann einen Feldweg und fuhr durch eine Lücke im Grenzzaun in ukrainisches Gebiet. Der Vorfall ereignete sich demnach nahe der russischen Stadt Donezk, die rund 200 Kilometer vom ukrainischen Donezk liegt. Die Separatistenhochburg Lugansk liegt lediglich Dutzende Kilometer entfernt.
Die Region Lugansk soll auch Ziel der Hilfskolonne der ukrainischen Regierung sein. Wie der Sicherheitsrat in Kiew mitteilte, erreichten 26 Fahrzeuge aus Charkow am Abend die Stadt Starobelsk. Mitarbeiter des Roten Kreuzes sichteten die Waren. Insgesamt hat Kiew 75 Lastwagen mit rund 800 Tonnen Hilfsgüter ins Krisengebiet geschickt.
Der russische Konvoi mit 2000 Tonnen Hilfsgütern hat Lugansk als Ziel. Die Fahrzeuge stehen aber wegen mangelnder Absprachen mit dem Roten Kreuz vor der ukrainischen Grenze. Das Rote Kreuz teilte mit, es habe Kontakt aufgenommen, viele Details müssten noch geklärt werden. In Lugansk mit mehr als 200 000 Einwohnern gibt es seit fast zwei Wochen weder Strom noch Wasser.

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54 Kommentare zu "Russisches Militär in der Ukraine: Hilfskonvoi steht – doch die Armeetransporter fahren"

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  • Es ist schon erstaunlich welche Rolle unser Medien in diesem und auch anderen Konflikten mittlerweile spielen. Mit seriösem Journalismus hat dies nun überhaupt nichts mehr zu tun.
    Es ist sicherlich bedauerlich, dass die Aufwände, die man treiben muss um eine seriöse Berichterstattung zu finanzieren nicht unerheblich sind. Diese Gelder sind auch dank Internet & Co nicht mehr vorhanden. Somit löst man dieses Problem indem man dem ‚mainstream‘ konformes mediales Grundrauschen erzeugt (Es ist halt auch nur ein Job) und den Mist lediglich weitergibt, bis scheinbare Wahrheiten entstehen.

    Aber wie aus den Kommentaren zu entnehmen gibt es anscheinend noch Leser die diesen Quatsch auch noch ernst nehmen.

  • Jounalisten ohne Kamera?
    Kein Foto = unglaubwürdig!

    Sorry, aber das Journalisten nicht mal ein Handy mit Kamerafunktion haben glaub ich nicht!!

  • "Ich habe mich "etwas" differenzierter geäußert, als Sie es darstellen."

    Leider nicht. In jedem Artikel des HB zur Ukraine haben Sie endlos gepostet mit dem einzigen Tenor, dass die Russen nur lügen und der Westen alles richtig macht. Dem Liefern von Beweisen haben Sie sich kategorisch verschlossen.

    Vielleicht sollten Sie das mal einfach reflektieren.

    Ansonsten wünsche ich Ihnen auf jeden Fall ein schönes Wochenende.

  • @ M.W.
    Sie winden sich mit der Behändigkeit einer Schlange. Sie berufen sich selbst auf offensichtlich manipulierte Satelitenbilder. Sie geben sich den Anschein von Unparteilichkeit in dem sie Argumente und Beweise fordern, um wenn sie sie bekommen gleich wieder abzulenken. Aber was sie nicht wissen ist, daß die Leserschaft Hier keine Schwierigkeiten hat sie zu durchschauen. Sie veräußerlichen hier die Art der Politikführung und es ist wirklich bereichernd Zeuge zu werden mit welcher Dreistigkeit diese zu Lügen und zu Manipulieren versucht.

  • "Nun, dann gehen Sie doch einfach mal Ihre eigenen Kommentare der letzten Tage durch. Sie werden feststellen, dass 100% Ihrer Aussagen die Russen schlecht darstellen, 100% Ihrer Aussagen die westlichen Regierungen nebst Kiew als die Einzigen darstellen, die die Wahrheit verkünden. Und das Angeblich alles klar bewiesen."

    Das ist einfach nur falsch. Ich habe mich "etwas" differenzierter geäußert, als Sie es darstellen. Und nein, ich habe allerdings auch nicht vor, dies weiter auszuführen. Ich empfinde solche Dinge auf persönlicher Ebene als langweilig.

  • "In diesem Fall bringt es auch nichts, Abstruses zu behaupten um die Diskussion in Gang zu halten."

    Nun, dann gehen Sie doch einfach mal Ihre eigenen Kommentare der letzten Tage durch. Sie werden feststellen, dass 100% Ihrer Aussagen die Russen schlecht darstellen, 100% Ihrer Aussagen die westlichen Regierungen nebst Kiew als die Einzigen darstellen, die die Wahrheit verkünden. Und das Angeblich alles klar bewiesen.

    Ich wollte Sie sicher nicht beleidigen, das brauch ich nicht. Aber wie anders soll man Ihre 100% einseitigen Kommentare bezeichnen, wenn nicht als einfältig ?

  • "Ihr S/W-Denken ist ziemlich einfältig."

    Schauen Sie, wenn es Ihnen lediglich darum geht, mir Einfalt oder so etwas vorzuwerfen kann ich Ihnen sagen, dass Sie keinen Erfolg damit haben können. In diesem Fall bringt es auch nichts, Abstruses zu behaupten um die Diskussion in Gang zu halten.

    Wenn Sie echte, schlagkräftige Argumente bringen um mich Lügen zu strafen bin ich Ihnen sogar dankbar, weil sie mich dann von einer Dummheit bewahren. Aber Vorwürfe bezüglich meiner Person ignoriere ich meistens und nehme implizit an, dass mein Diskussionspartner nicht die nötige Reife besitzt um Sachverhalte adäquat zu beurteilen.

  • Der FSB hat keine Entrüstung vorgespielt. Er hat einfach mitgeteilt, dass man die Behauptung nicht bestätigen könne.
    Aber wie bereits mehrfach festgestellt, die russische Seite kann Ihnen nichts recht machen und ist grundsätzlich schuldig.
    Ihr S/W-Denken ist ziemlich einfältig.

  • "Ja, im Gegensatz zu Ihnen zweifle ich Behauptungen erst einmal an."

    Ich befürchte, ich bin sehr viel kritischer als Sie.

  • Ja, im Gegensatz zu Ihnen zweifle ich Behauptungen erst einmal an. Sie hingegen behaupten jede Meldung der Westpresse als wahr, jede Aussage von russischer Seite als unwahr.

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