Russisches Wirtschaftsforum
Europäische Firmen sind pessimistisch

Beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg wirbt Russland um Investitionen. Wegen der Spannungen mit dem Westen und der Krise ist die Stimmung aber mies - auch unter europäischen Unternehmern. Setzt das Forum neue Impulse?
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St. PetersburgZum Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg bewerten europäische Unternehmer die Lage in Russland wegen der schweren Wirtschaftskrise mit wachsendem Pessimismus. „In den kommenden ein bis zwei Jahren erwarten wir nur wenig positive Entwicklung“, sagte Frank Schauff, Chef der Vereinigung Europäischer Unternehmer (AEB), in Moskau. Langfristig rechne sein Verband aber mit einer Erholung, die sich positiv für die europäischen Investoren auswirken werde, sagte Schauff der Deutschen Presse-Agentur.

Das 19. Wirtschaftsforum beginnt an diesem Donnerstag in der früheren Zaren-Metropole (bis 20. Juni). Erwartet werden mehr als 7000 Besucher, darunter Hunderte Topmanager aus dem Ausland.

Durch die von Sanktionen begleiteten Spannungen zwischen Russland und dem Westen sei 2014 ein schwieriges Jahr für Geschäfte im Riesenreich gewesen, sagte Schauff. Eine aktuelle Erhebung von AEB und dem Institut GFK zeigt aber, dass sich die Strafmaßnahmen für die Mehrheit der Unternehmen nicht auf die eigenen Geschäfte auswirken.

„Die meisten Firmen gehen pragmatisch mit den Sanktionen um“, betonte Schauff. Die Zeitung „Wedomosti“ berichtete kürzlich ohne Details von Konzernen, die Exportverbote aus der EU nach Russland etwa durch Lieferungen über Länder wie Brasilien und die Türkei umgehen.

Kremlstrategen wollen wegen der Krise mit dem Westen verstärkt Investoren vor allem aus China ins Land holen. Daher sehen europäische Konzerne das Forum in St. Petersburg auch als Chance, den russischen Markt nicht an asiatische Mitbewerber zu verlieren.

„Es ist richtig, die ostasiatische Konkurrenz im Blick zu behalten, aber ich würde vor Panik warnen“, meinte Schauff. Der Handel zwischen der EU und Russland sei zwar zuletzt stark eingebrochen, meint er. Doch ist der Anteil der EU am russischen Außenhandel mit etwa 49 Prozent in den vergangenen Jahren weitgehend stabil geblieben, wie aus Daten des russischen Wirtschaftsministeriums hervorgeht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Russisches Wirtschaftsforum: Europäische Firmen sind pessimistisch"

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  • Unbedingt anschauen…hier sieht man die ganzen Schadtaten dieser angeblichen Demokratie USA.
    Nach 1945 habe sie in Ihren Kriegen mindestens 45 Millionen Menschen umgebracht…von den zahllosen Krüppel und zerstörten Ländern ganz zu schweigen.
    http://www.initiative.cc/Artikel/2010_02_13_kriege_usa.htm
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    Der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting Inc.) George Friedman bestätigt am 4. Februar 2015, dass die USA seit mehr als 100 Jahren die deutsch-russische Zusammenarbeit mit allen Mitteln verhindern wollen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht, inclusive vorsätzlicher Lügen bis zum Krieg. Dieses Video (13 Minuten) unbedingt ansehen.


    Also haben die Anglikaner auch Hitler an die Macht gebracht !?!?


    !!!!... Video hier anklicken : https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=oaL5wCY99l8

  • Warum redet eigentlich alle Welt immer vom angeblich schwachen Rubel und nie vom real schwachen Euro?
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    Der Rubel besitzt schliesslich eine reale Deckung in Form von immens großen Rohstoffreserven, welche die Begehrlichkeiten anderer Nationen erweckt haben, Was hat der Euro denn an realer Deckung zu bieten?
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    Die meisten EU(ro)-Staaten haben doch ihre Industrieproduktion ständig zugunsten des "Dienstleistungssektors" - der in Ländern wie Griechenland, Belgien usw. nur in Form von gigantisch aufgeblähten Staatsapparaten existent ist - dramatisch heruntergefahren.
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    Man versucht den Kardinalfehler der USA zu kopieren und glaubt ganz allein mit Geld neues Geld erwirtschaften zu können, also ganz ohne jede reale Wertschöpfung. Staatsanleihen, Schuldscheine und Wertpapiere sind allenfalls als Altpapier noch Rohstoffe.

  • Jazenjuk - inzwischen totaler Realitätsverlust?
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    Lt. RT: "Für das „aggressive Russland“ soll laut dem ukrainischen Premierminister Arsenij Jazenjuk kein Platz mehr in der UN sein. Im Interview mit einem ukrainischen Fernsehsender forderte der Ministerpräsident den kompletten Ausschluss Russlands aus den Vereinten Nationen im Zuge einer „radikalen Reform“.
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    "Dazu wie er sich eine Reform der UN vorstellt, ob Reformen von Innen oder im Maidan-Stil von Außen, und ob er nur den „Aggressor Russland“ oder auch weitere Länder in diesem Zuge ausschließen will, machte er keine Angaben."
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    Ich finde durchaus auch, die UN muss reformiert werden. Sie braucht mehr Macht. Den USA geht die UN schon lange am A... vorbei. Die suchen sich nach eigenem Bekunden ja lieber nach Bedarf Koalitionen der Willigen. Vielleicht sollte man dann die USA ausschließen !?!?!?

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