Russland-Affäre
Ex-Wahlkampfmanager von Trump stellt sich den Behörden

Der Sonderermittler macht ernst: Trumps Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort hat sich dem FBI gestellt. Die Anklage wirft ihm Geldwäsche und Steuerhinterziehung vor. Verbindungen zur Russland-Affäre gibt es zunächst nicht.
  • 4

Washington/DüsseldorfDie Russland-Affäre um das Weiße Haus erreicht eine neue Eskalationsstufe: Nach Informationen von US-Medien hat sich der ehemalige Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, am Montagmorgen den Behörden gestellt. Nach Angaben der New York Times hat Manafort das FBI-Büro in Washington am Montagmorgen um 8:15 Uhr (Ortszeit) in Begleitung seines Anwalts betreten. Das bestätigte mittlerweile auch die US-Bundespolizei. CNN zeigte Bilder, wie Manafort in Begleitung eines Anwalts das FBI-Gebäude betrat.

Zusammen mit dem Politstrategen hat sich auch sein Geschäftspartner Rick Gates den Ermittlern gestellt. Die Anklagevorwürfe (hier im Originaldokument) lauten: Verschwörung gegen die USA im Hinblick auf Geldwäsche und Steuerhinterziehung bei Geschäften in der Ukraine. Zudem sollen sie gegen Lobbyvorschriften verstoßen haben. Die Vorwürfe stehen nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Russland-Affäre. Manafort und Gates sollen noch am Montag vor einem Gericht erscheinen.

Im Juli hatten FBI-Agenten das Haus von Manafort in Virginia durchsucht. Eine Anklage gegen ihn könnte auch ein strategischer Zug von Mueller sein, um Manafort zur Kooperation bei den Ermittlungen zu bringen, vermuten Insider aus dem Umfeld von Sonderermittler Robert Mueller.

Bei der Russland-Affäre geht es um den Vorwurf russischer Einflussnahme auf die US-Präsidentenwahl und um die Frage, ob das Wahlkampflager des am Ende siegreichen republikanischen Kandidaten Donald Trump dabei mit Moskau zusammengearbeitet hat.

Trumps Russland-Connection beschäftigt die USA seit mehr als einem Jahr. Dass Moskau mit Cyberattacken auf die Demokraten und Fake-News-Kampagnen in Onlinenetzwerken zu Gunsten des New Yorker Milliardärs in den Wahlkampf eingegriffen hat, ist weitgehend unstrittig. Die US-Geheimdienste sind übereinstimmend zu diesem Schluss gelangt.

Bewiesen ist zudem, dass es Kontakt zwischen Trumps Team und Personen aus dem Kreml-Umfeld gab. Wie im Sommer bekannt wurde, empfingen Donald Jr., Manafort und Kushner die Kreml-nahe Anwältin Natalia Veselnitskaya im New Yorker Trump Tower, nachdem ein Mittelsmann belastendes Material über die demokratische Kandidatin Hillary Clinton versprochen hatte. Die Frage, der Mueller nachgehen muss, lautet: Waren diese Kontakte illegal, gab es widerrechtliche Absprachen zwischen Moskau und Trumps Wahlkampfteam? Und wenn ja, was wusste der Präsident?

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Russland-Affäre: Ex-Wahlkampfmanager von Trump stellt sich den Behörden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Eine "Grand Jury" hat genügend Anhaltspunkte für eine Anklage gefunden.
    Damit kann es ein "indictment", ein Anklage, geben.
    Manafort meldet sich also beim FBI, das ihn dann einem Haftrichter vorführt.
    Dieser entscheidet, ob Haft, Kaution oder Meldepflicht erlassen wird.
    Ganz normaler Prozess, der dann seinen Verlauf vor Gericht nimmt.
    Mit Trump, collusion oder Russland.Affäre hat das Ganze aber nichts zu tun.

  • Mueller ermittelt wegen der Russland-Affäre und "collusion".
    Jetzt 2 Anklagen wegen Steuerbetrug und fehlender Anmeldung als Vertreter einer ausländischen Regierung für eine Tätigkeit, die Jahre zurückliegt.
    Netz für Haie ausgelegt und einen Hering gefangen.
    Die nächsten Anklagen werden wahrscheinlich "Democrats" treffen und dann wird man bemüht sein, die Sache einschlafen zu lassen.
    Ende einer Hexenjagd, die die Jäger zu Fall bringt.

  • "Trumps Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort hat sich dem FBI gestellt."

    Wieso gestellt? War der tatsächlich auf der Flucht oder soll es nur genau das suggerieren?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%