Russland-Affäre
Trump schließt Entlassung seines Justizministers nicht aus

Eine millionenteure Kampagne für ukrainische Interessen und mittendrin zwei Politiker, die damit nichts zutun haben sollten. Der US-Sonderermittler Robert Mueller geht aber auch anderen Spuren in der Russland-Affäre nach.
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WashingtonMit einer Spitze gegen seinen Justizminister Jeff Sessions ist US-Präsident Donald Trump zu seiner Asienreise aufgebrochen. Bevor er das Weiße Haus verließ, sagte er am Freitag vor Journalisten, der Justizminister sollte sich mehr um Vorgänge bei den Demokraten im Wahlkampf 2016 kümmern. „Ehrlich, sie sollten sich um die Demokraten kümmern“, sagte Trump.

Zuvor hatte er per Twitter eine Breitseite auf seine Rivalin Hillary Clinton und das Nationalkomitee der Demokraten - DNC - abgefeuert. „Crooked (Betrügerische) Hillary hat das DNC gekauft und die demokratische Vorwahl vom irren Bernie (Sanders)“, schrieb er. Bernie Sanders war Clintons größter innerparteilicher Rivale im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur. Das sei „die wahre Geschichte geheimer Absprachen.“ Trump und seinem Wahlkampfteam stehen unter dem Verdacht der Geheimabsprachen mit Russland; offenbar wollte Trump davon die Aufmerksamkeit auf die Demokraten lenken.

Auf die Frage, ob er Sessions entlassen würde, sollte der nicht seine Ermittlungskompetenzen auf die Demokraten richten, antwortete Trump: „Ich weiß nicht.“ Er fügte hinzu: „Viele sind vom Justizministerium enttäuscht, einschließlich mir.“

US-Sonderermittler Robert Mueller nimmt in der Russland-Affäre die Rollen eines Lobbyisten der Demokraten und eines ehemaligen republikanischen Kongressabgeordneten unter die Lupe. Es handle sich um Tony Podesta und den Republikaner Vin Weber, sagten mit den Ermittlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur AP. Die beiden seien in eine millionenteure Kampagne für ukrainische Interessen verwickelt, die Präsident Donald Trumps früherer Wahlkampfchef Paul Manafort und dessen Geschäftspartner Rick Gates geleitet hätten.

Mueller soll untersuchen, ob und wie Russland zugunsten von Trump Einfluss auf die US-Wahl vor einem Jahr genommen hat. Er geht dabei aber auch anderen Spuren nach. Am Montag erhob er Anklage gegen Manafort und Gates, weil sie Millionen Dollar über ausländische Firmen und Bankkonten transferiert haben sollen.

Trump erklärte, dies habe nichts mit ihm zu tun und urteilte, die „größte Geschichte“ in diesem Zusammenhang sei, dass sich Podesta wegen der Ermittlungen aus der Firma Podesta Group zurückziehe. Podesta ist der ältere Bruder von John Podesta, dem Wahlkampfleiter von Trumps demokratischer Gegenkandidatin Hillary Clinton.

Vertreter von Tony Podesta und Weber sagten, beide arbeiteten mit den Ermittlern zusammen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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