Russland Die Facebook-Revolution setzt Putin zu

Der Kreml hat die Opposition fest im Griff. Doch die sozialen Medien fordern ihn heraus: 30.000 Menschen meldeten sich per Facebook zum Flashmob gegen Wahlfälschungen an. Putin reagiert nervös - und facht den Protest an.
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Polizei versucht Proteste zu ersticken
Riot police form a cordon during an opposition protest against the recent election results in St. Petersburg
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Polizisten umzingeln in St. Petersburg oppositionelle Demonstranten.

Russia Election Protest
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„Meine Stimme wurde bei der Wahl gestohlen“, steht auf dem Mundschutz dieses Demonstranten.

Rally against alleged vote rigging in the center of Moscow
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Nach Massenfestnahmen und Verurteilungen dutzender Kremlkritiker spricht die russische Opposition von den massivsten Repressionen seit dem Beginn der Ära Wladimir Putin vor elf Jahren.

Rally against alleged vote rigging in the center of St.Petersburg
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Seit Beginn der Proteste hat die Polizei mehr als 1000 Menschen festgesetzt.

Rally against alleged vote rigging in the center of Moscow
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Polizisten nehmen einen jungen Demonstranten im Zentrum von Moskau fest.

Rally against alleged vote rigging in the center of Moscow
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Im Zentrum Moskaus stoßen Demonstranten und Polizisten direkt aufeinander.

Rally against alleged vote rigging in the center of St.Petersburg
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Ein Mann wird von zwei Polizisten in St. Petersburg festgehalten. Allein in der zweitgrößten Stadt Russlands sind am Mittwoch hundert Demonstranten verhaftet worden.

MoskauHilflos müssen die Jungs vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB in den sozialen Netzwerken zusehen, wie sich mehr und mehr Menschen zu einer Veranstaltung anmelden: Die Putin-Opposition ruft zur „Demo für ehrliche Wahlen“ auf, die Samstag auf dem Roten Platz stattfinden soll. Allein bei Facebook haben sich derzeit fast 30.000 Menschen angemeldet. Jede Sekunde steigt die Zahl der Teilnehmer – und der FSB bleibt tatenlos; die Facebook-Server stehen ja in Kalifornien.

In Putins gewaltigem Machtapparat breitet sich blanke Panik aus: Lässt sich die Aktion nicht irgendwie verhindern? Die Polizei ordert Sondereinheiten in die Metropole, Fernsehsender schweigen die Existenz der Opposition tot, die Stadt muss urplötzlich den Roten Platz sanieren. Hilflos schauen alle auf Putin, den Entscheider: Wie soll die Macht reagieren – hart oder besonnen?

Der russische Machthaber Wladimir Putin sendet widersprüchliche Signale: Einerseits bezeichnete er die Opposition, die seit den Wahlen am Sonntag auf der Straße gegen offensichtliche Wahlmanipulationen protestiert, als von Amerika finanziert. US-Außenministerin Hillary Clinton habe Protestlern „ein Zeichen“ gegeben. Andererseits sprach Putin laut Agenturen den Oppositionellen das Recht zu, „ihre Meinung“ zu sagen, „wenn sie die Gesetze beachten“.

In Putins Russland herrscht bekanntlich eine „Diktatur des Gesetzes“. In diesem Sinne bereiten sich Behörden auf alle Eventualitäten vor: Die Demonstration am Samstag ist zwar genehmigt – aber nur für 300 Teilnehmer. Sollten mehr kommen, will die Stadt „entsprechende Maßnahmen“ ergreifen. Auch die plötzliche Sanierung der Kanalisation unweit des Roten Platzes läuft streng nach Gesetz: Ein Vize-Bürgermeister von Moskau hat den Auftrag dazu erteilt.

Akademiker organisieren den Flashmob
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4 Kommentare zu "Russland: Die Facebook-Revolution setzt Putin zu"

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  • Ich vermisse die krampfigen Pro Putin Kommentare, hallo wo seid ihr denn ?? Oder seid ihr alle in Moskau um zu beraten was unvermeidlich ist. Diktator Putin wurde keinesfalls" gewählt ", der niedliche Kommentar hier im Handelsblatt beschönigt das Verhältnis von Putin zur Bevölkerung. Die Jungen sind gegen ihn, zu Recht, Sie haben keine Lust auf KGB und Co. Sie werden sich durchsetzten mit der Demokratie- Maschine Internet. Diese Idee per Dekret zurück ins Amt über den lächerlichen Medwedew zu kommen wird ihn den Kopf kosten. Vielleicht sogar physisch. Es wäre gerecht.

  • Das hat er nun davon das er seine Nutte Medwedeff ständig gestattet im Fernsehen lauthals den USA zu drohen.

  • tja, die wunersame Welt der unabhängigen, natürlich nicht gleichgeschalteten, Nachrichten. Oder sieht/hört man was in der Tagesschau über die wirklich interessanten Informationen?
    Nch 24 Uhr, mit viel Glück - da unangekündigt, gibts mal gute Doku / Reportagen. Das aber auch nur, da die Anstalten ja auch den Auftrag dazu haben Reportagen / Dokus zu senden ;-) Aber das ist natürlich alles nur Zufall. Zu den besten Sendezeiten hat man nur die Profiquatscher die überall unfundiert was loswerden müssen. Tja, also ist es bei uns auch nicht sooo anders als unter Putin.

  • Komisch, über dei ANTI-Bankster Demonstrationen hat das Handelsblatt nicht so berichtet.

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