Russland droht Teheran
Der Iran verprellt seinen mächtigsten Gönner

Die westliche Welt hat mit ihrer Drohung, den Atomstreit mit dem Iran vor die Vereinten Nationen zu bringen, nur ein müdes Lächeln in Teheran geerntet. Russland Drohung indes, dem Iran die Unterstützung zu entziehen, sollte er weiter seine umstrittene Atomforschung betreiben, dürfte für betretene Gesichter bei den islamischen Machthabern sorgen.

HB MOSKAU. „Wir sind davon überzeugt, dass der Iran das Richtige tun wird, wenn er wieder zu dem Moratorium zurückkehrt“, zitierte die Agentur Interfax am Donnerstag den russischen Außenminister Sergej Lawrow. Sollte sich der Iran nicht dazu entscheiden, würde sich Russland sehr schwer tun, seine Bemühungen zur Unterstützung des Landes fortzusetzen, fügte Lawrow hinzu.

Russland gilt als Unterstützer des Irans. Die russische Position ist besonders wichtig, weil das Land ein Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat hat und dort mögliche Sanktionen gegen den Iran verhindern könnte. Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten am Donnerstag ihre Gespräche mit dem Iran über dessen Atomprogramm vorerst für gescheitert erklärt und wollen nun den UN-Sicherheitsrat einschalten. Das ist der bisherige Höhepunkt eines zwei Jahre währenden Kräftemessens.

Der Iran hatte in dieser Woche trotz internationaler Warnungen die Siegel an einer Atomanlage aufgebrochen, um die Forschung an Atombrennstoffen wieder aufzunehmen. Viele westliche Länder haben die Sorge, dass das islamische Land am Bau von Atomwaffen arbeitet.

Der Iran äußerte sich indes gelassen zu der Entwicklung. Das Land sei nicht besorgt wegen der Aussicht, dass der Fall vor den Sicherheitsrat gebracht werden könnte, sagte Abdolresa Rahmani-Fasli, stellvertretender Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates im Iran.

Welche Sanktionen der Weltsicherheitsrat beschließen könnte, blieb unklar. US-Außenministerin Condoleezza Rice bekundete die volle Unterstützung Washingtons für die Pläne der Europäer und sprach von einer neuen Phase der Auseinandersetzung. Auch Russland und China signalisierten ihre Unterstützung.

UN-Generalsekretär Kofi Annan fürchtet allerdings eine weitere Eskalation im Atomkonflikt. Der Sicherheitsrat sollte erst dann angerufen werden, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien, gab Annan am Donnerstagabend in New York zu bedenken. Zuvor hatte der UN-Chef ein 40-minütiges Telefongespräch mit dem iranischen Unterhändler Ali Laridschani geführt. Dabei habe Teheran „Interesse an ernsthaften und konstruktiven Verhandlungen bekundet - allerdings mit einem klaren Zeitplan“, sagte Annan

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